Dirndl hängen, verpackt im knisternden Zellophan der Reinigung, meist elfeinhalb Monate im Schrank. Die Münchner Designerin Lola Paltinger, 40, fand das schade und kreierte für ihre neue Kollektion auch Mieder und neutrale Röcke, die zusammen mit Bluse und Schürze eine ebenso schöne Tracht ergeben wie ein Dirndl - aber im Winter zum Teil mit anderen Kleidungsstücken kombiniert werden können. Paltingers Trachten sind aufwendig - mit besticktem Organza, handbemaltem Tüll, Samt und Paillettenstickereien. In der aktuellen Kollektion setzt sie auch mehr Spitze und viel Patch ein.

Paltinger überraschte schon 1997 mit ihrer Trachten-Abschlussarbeit "Lollipop & Alpenrock" an der Esmod-Modeschule - für die sie eine internationale Jury ehrte. Bevor sie sich aber mit dem Label selbständig machte, sah sie unter anderen Vivienne Westwood drei Monate lang über die Schulter. "Es war zwar nur ein Praktikum, aber ich habe viel gelernt dort und auch die Schauen mitgemacht. Wie man sich das so vorstellt, mit durchwachten Nächten", erinnert sie sich. Es verstrichen insgesamt zwei Jahre, bis Paltinger - übrigens eine gebürtige Mannheimerin - ihren ersten Laden in der Klenzestraße eröffnete. An ihrer Seite: ihre Mutter Brigitte, eine gelernte Couture-Schneiderin.

In Paltingers Showroom und Maßatelier, das mittlerweile im Tal ist, zählen längst Prominente wie Nina Ruge und Sarah Kern zu ihren Kunden - Menschen, die kein Dirndl von der Stange wollen, sondern eines mit Liebe zum Detail.

Bild: Stephan Rumpf 12. September 2012, 14:412012-09-12 14:41:54 © SZ vom 12.9.2012/afis