Als Rudolph Moshammer noch lebte, überreichte er dem jungen Esmod-Modeschüler eine Auszeichnung. Tian van Tastique, wie sich der Jungdesigner heute nennt, hatte damals ein Model mit seinem Entwurf zum Thema "Ethno" auf den Laufsteg geschickt. Vor einem Jahr hat sich Tian van Tastique dann auf die eigenen Wurzeln besonnen und schlug eine folkloristische Richtung ein: "DivinIdylle" nannte der gebürtige Bayer seine erste Dirndl-Couture-Kollektion.

Drei Jahre lang erst ist der 33-Jährige selbständig mit eigenem Showroom in Sendling. Sein Schwerpunkt an der Esmod-Modeschule in München war Design. "Ich musste also noch einige Sachen lernen, bevor ich Mode auch selbst anfertigen konnte." Praktika und eine Stelle als Designassistent bei "Authentic Style" in Würzburg hatten ihn nach der Modeausbildung auf die Idee gebracht, eigene Damenlinien zu kreieren, darunter "La TrashChic" und "Wearable Trash". Der Schritt von dort zur Dirndl-Kollektion sei nicht mehr allzu groß gewesen, denn schon immer habe er auch mal Buntes entworfen.

In dieser Saison hat sich Van Tastique bei seiner Tracht auf Mieder und Röcke konzentriert. Die Mieder seien von ihm handgefertigt, jede Perle selbst aufgelegt. Manche Mieder könne man wenden und sogar zur Jeans tragen. Auch bei den Dirndln legt Tian van Tastique Wert darauf, dass sie vielseitig einsetzbar sind: V- oder Rundhalsausschnitte, die eine Bluse überflüssig werden lassen, machen die Kleider abendtauglich, jenseits von der Wiesn.

12. September 2012, 14:412012-09-12 14:41:54 © SZ vom 12.9.2012/afis