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SZ-Adventskalender:Selbständig werden trotz Depression

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Eine eigene Wohnung hat Markus L. schon gefunden. Der SZ-Adventskalender will ihn auf seinem Weg unterstützen

Von der Decke baumelt lose eine einzelne Glühbirne. Sie wirft ihr kaltes Licht auf das spärliche Mobiliar. Trotzdem kann sich Markus L. glücklich schätzen: Es ist seine erste eigene Wohnung. Doch noch fällt es dem 20-jährigen schwer, auf eigenen Beinen zu stehen. Er freut sich zwar über dieses Appartement, aber die äußerst rudimentäre Ausstattung seiner kleinen vier Wände macht es ihm nicht gerade leicht.

Von zu Hause konnte er nicht viel mitnehmen, die alten Möbel in seinem Kinderzimmer waren kaputt oder völlig verschlissen. Noch schläft der junge Mann deshalb auf einer Matratze auf dem Boden. Seine Küche ist eine Mikrowelle, die er auf den alten Kühlschrank aufgestellt hat.

Während andere in seinem Alter sich längst um Ausbildung und Karriere kümmern oder einfach nur Spaß haben, kämpft Markus L. mit seiner Krankheit. Immer wieder erlebt der junge Mann depressive Phasen, wird deshalb von der Caritas im sogenannten ambulanten betreuten Wohnen unterstützt. "Ich hätte tausend Ideen, aber mir fehlen die Mittel", sagt der junge Mann.

Selbständig werden, beruflich durchstarten, das eigenes Leben organisieren: Es sind konkrete Ziele, die sich Markus L. gesteckt hat. Und immerhin, eine ordentliche, schöne Unterkunft konnte er schon beziehen. Nun will er sich um eine berufliche Zukunft kümmern. Auch bedingt durch seine psychischen Belastungen hangelte er sich seit dem Schulabschluss von Job zu Job.

"Jetzt möchte ich eine Ausbildung machen", sagt er bestimmt. Es ist ihm ernst damit. Denn nur auf einer soliden Basis lässt sich eine berufliche Zukunft aufbauen, davon ist der junge Mann überzeugt. Auch was er machen möchte, weiß er schon genau: Verkäufer in der Modebranche. Es ist keine herbeigeträumte Phantasie, Markus L. weiß wovon er spricht, er hat immer mal wieder als Aushilfe in Boutiquen und Bekleidungsgeschäften gejobbt. Dabei hat er festgestellt, dass ihn diese Tätigkeit erfüllt. "Kunden beraten, Tipps geben, Ware einräumen, das macht mich glücklich." Also will er jetzt gezielt Bewerbungen schreiben.

Gerne würde er auch seine Wohnung einrichten, damit er sich selbst versorgen und sich auch wohlfühlen kann. Tisch, Stühle, Bett, Schrank, eine kleine Küchenzeile, Lampen, Gardinen und Geschirr würde er gerne anschaffen. Ein heimeligeres Ambiente könnte auch helfen, die dunklen, depressiven Phasen schneller zu überwinden. Phasen, in denen es ihm nach wie vor schwerfällt, sich zu motivieren.

Auf die Unterstützung seiner Familie, wie sie andere junge Leute beim Auszug von zu Hause ganz selbstverständlich erleben - darauf kann Markus L. nicht zählen. Ihm selbst fehlen trotz seiner kleinen Jobs die Mittel, auch der Zuschuss vom Jobcenter reicht nicht fürs Notwendigste. Der SZ-Adventskalender, der das ganze Jahr über Menschen in schwierigen Lebenssituation unterstützt, wird Markus L. beim Start ins eigenständige Leben helfen.

© SZ vom 17.02.2020
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