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Landratswahl 2014:"Ich kann für alle sprechen"

Die parteilose Michaela Steiner tritt bei den Landratswahlen für die Freien Wähler an. Sie fühlt sich der Aufgabe durchaus gewachsen. Führende Vertreter der Gruppierung wussten nichts von der Kandidatur.

Von Robert Stocker

Der Kreisvorsitzende der Freien Wähler, Schwabhausens Bürgermeister Josef Baumgartner, hat die Kandidatur von Michaela Steiner für die Landratswahl 2014 verteidigt. "Es war eine Entscheidung unserer Lenkungsgruppe, der Vertreter von Ortsvereinen und auch Mitglieder der Kreistagsfraktion angehören", sagt der Kreisvorsitzende der Freien Wähler. Steiner habe sich ernsthaft und intensiv damit auseinander gesetzt, ob sie dieser Aufgabe gewachsen ist. "Ich denke, dass ich es kann", sagte die Vorsitzende der Solidargemeinschaft Dachauer Land, die seit 2011 auch dem Dachverband Unser Land vorsteht. Führende Vertreter der Freien Wähler waren über Steiners Kandidatur offenbar nicht informiert.

"Ich denke, dass ich es kann": Michaela Steiner will Landrätin werden.

(Foto: Toni Heigl)

"Ich kenne die Dame gar nicht und hatte mit dieser Entscheidung nichts zu tun", sagte Altomünsters Bürgermeister Konrad Wagner, der auch Obmann der Bürgermeister im Landkreis ist. Er habe sich schon seit Jahren nicht mehr auf Kreisebene der Freien Wähler engagiert. Ins gleiche Horn stieß Hebertshausens Bürgermeister Michael Kreitmeir. "Ich bin genauso überrascht wie Sie", sagte er auf die Frage, ob er die Kandidatur Steiners kommentieren wolle. Der Röhrmooser Bürgermeister Hans Lingl bat um Verständnis, dass er sich "aus verständlichen Gründen" nicht zu der Entscheidung äußern wolle. "Dafür tragen Jüngere die Verantwortung". Baumgartner erklärte diese Äußerungen damit, dass es seit der letzten Kreistagswahl, als es um die Wahl des stellvertretenden Landrats ging, zu Unstimmigkeiten unter den Freien Wählern kam. Zu den Stellungnahmen der Bürgermeister sagte er, dass es sich um Gemeindechefs handle, die bei der nächsten Kommunalwahl nicht mehr antreten. Baumgartner: "Ein paar interessieren sich nicht mehr dafür."

Externe Reaktionen gab es laut Baumgartner noch nicht, intern habe er nur Zustimmung erfahren. "Michaela Steiner ist sehr neutral, aufgrund ihrer Positionen, für die sie steht, wäre sie auch für die SPD und die Grünen vermittelbar", ist der Kreisvorsitzende der Freien Wähler überzeugt. Sie habe sich sehr intensiv mit der Aufgabe auseinander gesetzt und sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Die Vorsitzende der Solidargemeinschaft Dachauer Land wolle keine Parteipolitik machen und sich sehr neutral verhalten.

Nach Angaben von Michaela Steiner sind die Freien Wähler auf sie zugekommen. In den vergangenen Jahren habe sie schon mehrere Anfragen anderer Parteien gehabt, ob sie für ein politisches Amt kandidieren wolle. Für die Kandidatur bei den Freien Wählern habe sie sich deshalb entschieden, "weil ich mich da parteilos engagieren kann". Steiner ist nicht Mitglied bei der Wählergruppierung. Sie glaubt, dass die Wähler das gut finden. "Ich kann für das ganze Volk sprechen." Der Landratsposten sei für sie eine Herausforderung und der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, in dem sie noch einmal etwas erreichen möchte. Steiner: "Ich denke, dass ich es kann, auch wegen meiner vergangenen Arbeit."

Michaela Steiner vertritt seit 2004 die Solidargemeinschaft Dachauer Land und wurde 2011 auch zur Vorsitzenden des Dachverbandes Unser Land e.V. gewählt. Der gemeinnützige Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, die Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen in der Region zu erhalten. Der Verband informiert den Verbraucher über Zusammenhänge und Hintergründe regionaler Kreisläufe und die Bedeutung regional erzeugter Lebensmittel. So sollen auch die Hersteller in der Heimat gestärkt werden. Grundlage für die nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien erzeugten Lebensmittel sind strenge Richtlinien. Diese schreiben beispielsweise vor, dass die Futtermittel für Tiere gentechnikfrei sein müssen. Der Verband organisiert außerdem verschiedene Projekte wie die "Schule auf der Streuobstwiese" oder die "Sonnenäcker", die Interessierte pachten und bewirtschaften können.

© SZ vom 17.05.2013
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