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Konzert:Traum von der perfekten Sonate

Beim Dachauer Schlosskonzert ist auch ein Werk Tartinis zu hören

Obwohl Franz Liszt kein Werk für Streicher komponierte, gab sich das 1963 von ehemaligen Studenten der Franz-Liszt-Musikakademie gegründete Franz Liszt Kammerorchester seinen Namen als Ausdruck tiefer Verehrung. Das Repertoire umfasst Werke von Monteverdi bis zu denen des 20. Jahrhunderts. Das Franz Liszt Kammerorchester ist weltweiter Kulturbotschafter seines Heimatlandes Ungarn. Am Freitag, 13. März, ist es um 2o Uhr mit Werken von Bach, Tartini, Waxman und Dvořák bei den Dachauer Schlosskonzerten zu hören. Solistin ist Moné Hattori, 1999 in Tokio geboren und in einer Musikerfamilie aufgewachsen. Sie gab ihr Konzertdebüt im Alter von acht Jahren und wurde danach in Zakhar Brons renommierte Musikakademie in Interlaken, Schweiz, aufgenommen. Derzeit studiert sie am Tokyo College of Music.

Sein Violinkonzert a-Moll komponierte Bach Ende der 1720er Jahre in Köthen. Der Kopfsatz folgt dem Vorbild der Ritornellform, wobei Bach die Tutti- und Soloabschnitte miteinander verschränkte. Der langsame Satz ist über einem ostinaten Bass komponiert, der allerdings nicht durchgängig erhalten bleibt, sondern unterbrochen wird. Im letzten Satz komponiert Bach das erste Ritornell als Fuge. Bachs 1721, dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg, gewidmete "sechs Konzerte mit verschiedenen Instrumenten" werden erst seit Philipp Spittas im 19. Jahrhundert verfasster Bach-Biografie "Brandenburgische Konzerte" genannt. Das 1718 entstandene dritte Konzert geht auf Vivaldis concerto ripieni zurück.

Die "Legende der Teufelstrillersonate" schrieb Tartini selbst: "Eines Nachts träumte mir, ich hätte einen Pakt mit dem Teufel um meine Seele geschlossen. Da kam mir der Gedanke, ihm meine Fidel zu überlassen und zu sehen, was er damit anfangen würde. Wie groß war mein Erstaunen, als ich ihn mit vollendetem Geschick eine Sonate von derart erlesener Schönheit spielen hörte, dass meine kühnsten Erwartungen übertroffen wurden. Das Stück, das ich daraufhin geschrieben habe, mag das Beste sein, das ich je komponiert habe, doch es bleibt weit hinter dem zurück, was ich im Traum gehört habe."

Franz Waxman, der, bevor er vor den Nationalsozialisten in die USA flüchtete, Franz Wachsmann hieß, schrieb in Hollywood Filmmusiken. Zu seinen Freunden zählte Jascha Heifetz, für den er 1946 seine "Carmen-Fantasie" komponierte, in der er sich an der Sarasates orientierte.

© SZ vom 12.03.2020 / SZ

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