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Großbrand Dachau:Wie Phoenix aus der Asche

Nach dem Großfeuer wird die Ruine des Sportcenters in Dachau-Ost abgerissen - an dieser Stelle soll eine neue Halle entstehen.

Viktoria Großmann

Das Sportcenter an der Robert-Bosch-Straße in Dachau-Ost soll wieder aufgebaut werden. So plant es der Besitzer der Immobilie, Robert Eiter: "Bis jetzt wüsste ich nicht, woran es scheitern sollte", sagte er der SZ. Er müsse nun abwarten, bis die Versicherungen ihre Arbeit getan hätten. In die neue Halle sollen die alten Pächter einziehen; sie seien mit den Plänen einverstanden.

Äußerlich sehen die Betonmauern des Sportcenters an der Robert-Bosch-Straße in Dachau-Ost recht unversehrt aus, aber innen ist nur noch ein Trümmerhaufen übrig geblieben.

(Foto: Toni Heigl)

Es bleibt uns nichts anderes übrig", erklärte Stephan Wallotek, Geschäftsführer der Squashinsel. "Die Versicherungen zahlen nur den Neuwert, wenn es einen Wiederaufbau gibt."Bis die Versicherungen allerdings den gesamten Schaden aufgenommen hätten, könne es noch mindestens acht Wochen dauern. Seine Kunden jedenfalls würden sich über den Wiederaufbau freuen, glaubt Wallotek. In zehn Tagen habe er 1200 E-Mails bekommen, von Menschen, die ihn ermutigen, weiter zu machen und die seinem Betrieb treu bleiben wollen. Auch die Bowlingspieler hätten es am liebsten, wenn die Halle wieder neu erstünde. Stefan Eder, Besitzer der Bowlingbahnen, ist trotzdem noch nicht so optimistisch. Auch er will erst abwarten, wie seine Versicherungen den Schaden bewerten.

Am Montag hatte die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen abgeschlossen: Das Sportcenter wurde demnach nicht mutwillig angezündet. Die Polizei hat Zeugen angehört, Banken, Versicherer und den Verpächter befragt. Am Montag, dreizehn Tage nach dem Brand, konnten dann endlich ein Brandfahnder, eine Polizistin von der Spurensicherung und ein Gutachter des Landeskriminalamts die abgebrannte Bowling- und Squashhalle begehen. Sie fanden dort, wo früher einmal die Theken gestanden hatten, Kabel einer technischen Anlage, die vermutlich den Brand ausgelöst haben. Dies gilt als wahrscheinlichste Ursache.

Eine hundertprozentige Sicherheit könne man über eine Brandursache niemals haben, sagt Brandfahnder Eckart Rückwardt von der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck. Mindestens sieben Stunden lang hatte das Feuer in der Halle gebrannt. Äußerlich sehen die Betonmauern zwar recht unversehrt aus, innen aber ist nur ein Trümmerhaufen übrig. Etwa um 13.15 Uhr war die Dachauer Feuerwehr am Dienstag, 3. Januar, ausgerückt. Insgesamt waren 14 Feuerwehren am Einsatz beteiligt gewesen. Die Stahlbetonkonstruktion hatte so sehr unter der Hitze gelitten, dass das Gebäude einzustürzen drohte. Niemand durfte das Haus betreten, nicht die Versicherer und nicht die Brandfahnder. Nun wird das Sportcenter abgerissen. Zunächst räumte die Abrissfirma den Ermittlern den Weg frei und sicherte den Brandort.

Erleichtert über das Ergebnis der Ermittlungen ist nun vor allem Stefan Eder, der Besitzer der Bowlingbahn. In sozialen Netzwerken und in Leserkommentaren einer Lokalzeitung war er beschimpft und verdächtigt worden, selbst den Brand gelegt zu haben, weil angeblich die Bowlingbahn schlecht liefe. Doch Eders finanzieller Verlust ist groß und nicht nur der: "Das war mein Leben", sagt er.

Nun muss er abwarten, bis die Versicherung zahlt. Die Summe wird nicht ausreichen, um den materiellen Wert zu ersetzen. Vom ideellen Wert und all den Arbeitsstunden, die Eder zusammen mit Familie und Freunden investiert hat, ganz zu schweigen. Das Motiv sei enorm wichtig für die Ermittler, erklärt Kriminalpolizist Rückwardt. "Wir müssen uns fragen, wer hat etwas davon?" In diesem Fall habe niemand etwas von dem Brand gehabt.

© SZ vom 18.01.2012
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