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Geburtshilfe:Babyboom im Landkreis

Koordinationsstelle warnt vor "akutem Hebammenmangel"

Bei der Hebammenkoordinationsstelle Landkreis Dachau (HeDAH) häufen sich die Anfragen: Mehr als 150 Schwangere haben sich bis Ende März zwecks Vermittlung einer Hebamme bei der Geschäftsstelle gemeldet. Das sind mehr als 50 Prozent als im vergangenen Jahr. "Es zeichnet sich bereits jetzt ein deutlicher Trend eines hohen Geburtenaufkommens für die Sommermonate Juli bis September ab", sagt HeDAH-Koordinatorin Antje Jacob. "Das gesamte Team arbeitet mit voller Kraft, um möglichst allen schwangeren Frauen eine Betreuung anbieten zu können", versichert Jacob. Allerdings mache sich auch im Landkreis Dachau ein akuter Hebammenmangel bemerkbar. "Wir brauchen dringend Unterstützung", betont Antje Jacob. Hebammen, die sich dem Netzwerk anschließen möchten, "sind herzlich willkommen", so Jacob. Und: "Jede Hebamme legt selbst fest, in welchem Umfang sie am Netzwerk beteiligt sein möchte." Das kann die Übernahme einer Anzahl von Vor- und Nachsorgebetreuungen umfassen, Kursangebote, Einsatz bei kollegialen Vertretungen oder einfach nur das Interesse an der kollegialen Vernetzung sein. Darüber hinaus bietet die HeDAH den Hebammen im Landkreis Möglichkeiten zur Fortbildung an.

Seit dem Start der HeDAH im April 2019 erreichten das Team bis Ende 2020 mehr als 400 Anfragen von Frauen und Familien mit der Bitte um eine Hebammenvermittlung. Allen im Landkreis Dachau lebenden Schwangeren konnte eine Hebamme vermittelt werden. "Auch die zahlreichen Anfragen zu kollegialen Vertretungen, egal ob kurz- oder langfristig, konnten wir erfolgreich bedienen", so die Koordinatorin Antje Jacob. Die Vernetzung über die HeDAH wird zu 100 Prozent durch den Freistaat und den Landkreis gefördert und ist somit für die Familien und die Geburtshelferinnen kostenfrei.

Weitere Informationen und Wege zur Kontaktaufnahme sind auf der Webseite zu finden unter www.he-dah.de.

© SZ vom 15.04.2021 / SZ
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