Feuerwehr Petershausen Zu klein, zu alt, zu unsicher

Die Feuerwehr in Petershausen sorgt für die Sicherheit der Bürger. Doch jetzt kam heraus: Ihr eigenes Gebäude erfüllt die gängigen Standards nicht.

Von Petra Schafflik

Das Anfang der 1970er Jahre errichtete Feuerwehrhaus der Gemeinde Petershausen entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Experten der Gemeindeunfallversicherung haben dem Gebäude jetzt erhebliche Mängel attestiert.

In Petershausen müssen sich die Feuerwehrleute zwischen den Fahrzeugen umziehen.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Abhilfe soll ein zweistufiges Konzept schaffen, das der Gemeinderat einstimmig beschlossen hat: Eine Absauganlage wird sofort eingebaut, um die Belastung der Feuerwehrleute durch Dieselabgase zu beenden. Mittelfristig, binnen fünf Jahren, soll ein neues Feuerwehrhaus an einem geeigneten Standort gebaut werden, den es allerdings noch zu finden gilt.

Das Gutachten der Sicherheitsexperten der Gemeindeunfallversicherung hat deutlich gemacht, was die 60 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr im Übungs- und Einsatzalltag permanent erleben: "Der Platz fehlt einfach", fasst Kommandant Stefan Schneider das größte Manko zusammen.

Separate Umkleideräume gibt es nicht, "wir ziehen uns zwischen den Fahrzeugen um". Seit das Feuerwehrhaus vor 40 Jahren gebaut worden ist, "haben wir immer mehr Technik und Ausrüstung bekommen", doch Lagerfläche fehle. Der gesamte Feuerwehrdienst spielt sich in einem Zimmer ab, das als Aufenthaltsraum, Schulungssaal und Büro diene.

Unter den Stützpunktfeuerwehren im Landkreis sei Petershausen die letzte, die in einem derart alten, unsanierten Gebäude residiere, so Schneider, der als Kreisbrandmeister die Wehren im Norden des Landkreises koordiniert. Wie ein neues Petershausener Feuerwehrhaus aussehen könnte, ist in Hebertshausen zu sehen. Dort entsteht für Baukosten von rund zwei Millionen Euro gerade ein Neubau. "Von der Größe der Feuerwehr wie der Gemeinde durchaus ein Vorbild", sagt Kommandant Schneider.

Der Gemeinderat sieht den Handlungsbedarf und setzt auf ein zweistufiges Konzept. Eine Absauganlage soll sofort die gesundheitsschädlichen Dieselabgase aus der Fahrzeughalle fern halten, wo sich die Feuerwehrler derzeit noch umkleiden müssen. Parallel soll ein geeigneter Standort für ein neues Haus gefunden werden.

Die Kosten für einen Neubau, der mit fünf Fahrzeughallen ein wenig kleiner als in Hebertshausen ausfallen würde, kalkuliert die Verwaltung mit 1,8 Millionen Euro, aus dem Verkauf des alten Feuerwehrgrundstücks soll etwa eine Million Euro erlöst werden.

Für ordentliche Arbeitsbedingungen der Feuerwehrleute warb CSU-Gemeinderat Ludwig Kloiber, selbst seit 34 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Die Feuerwehr "ist schließlich kein Golfclub, die Leute müssen dort arbeiten", so Kloiber. "Die Ehrenamtlichen, die sich in ihrer Freizeit für die Sicherheit ihrer Mitbürger engagieren, dürfen wir nicht vergraulen".

Auch die Freien Wähler sehen im neuen Feuerwehrhaus "ein Muss", so Fraktionssprecherin Andrea Stang. Doch angesichts der Schulden der Gemeinde, die sich bereits jetzt auf sieben Millionen Euro summieren, und weiterer Großprojekte wie Krippenhaus, Ortskernsanierung und Umgehungsstraße müsse der Bürgermeister "darlegen, wie sich das finanzieren lässt." Den Zeitrahmen von fünf Jahren hält FW-Gemeinderätin Elisabeth Kraus definitiv für zu klein.

Sollte ein Neubau nicht verbindlich geplant werden, wird eine Sanierung des Altbaus nötig, die 130 000 Euro kosten würde, hieß es im Gemeinderat. Und die Geduld von Kommandant Stefan Schneider ist begrenzt. Mit dem Zeithorizont von fünf Jahren könne er leben, sagte Schneider der SZ. "Dann aber sollte zumindest der Rohbau stehen".