Dachau:Sportfreunde Schuller

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Neue Sportheim Wirtin

Sonja Schuller, die neue Pächterin des Sportheims des ASV Dachau.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

In der "Auszeit" verköstigt die Karlsfelder Familie die hungrigen Gäste vom ASV Dachau-

Von Benjamin Emonts, Dachau

Seit diesem Samstag trägt das Sportheim des ASV Dachau den Namen "Auszeit - Gaststätte am Stadtwald". Zu einer Auszeit möchte die Betreiberin, Sonja Schuller aus Karlsfeld, ausdrücklich einladen. Die Vereinsmitglieder sollen sich bei ihr eine Ruhepause gönnen und sich von sportlichen Anstrengungen erholen. Neben deftiger bayerischer Küche erwartet die Gäste eine familiäre Atmosphäre. Denn Schuller beschäftigt ihre Kinder, ihren Mann, den Schwiegersohn und - wenn es sein muss - auch mal ihre Eltern. "Das macht einfach Spaß. Der Familie kann man am besten vertrauen", sagt sie.

Der Name "Auszeit" ist auch rückblickend gut gewählt. Zuletzt standen die etwa 4000 Vereinsmitglieder des größten Dachauer Sportvereins vor verschlossenen Türen, wenn sie nach dem Sport noch einkehren wollten. Sonja Schullers Vorgänger, Ewald Zechner, der drei Jahre lang das große Bierzelt auf dem Dachauer Volksfest bewirtet hat, sperrte zwei Monate lang nur noch an den Wochenenden auf. Seine Motivation war offensichtlich nicht mehr die größte, nachdem er im Oktober seinen Rückzug erklärt hatte. Seit Weihnachten lief dann gar nichts mehr in der Sportgaststätte, die seinerzeit noch "Finale" hieß. Die Sportler, so hört man, waren darüber nicht gerade glücklich.

"So herzlich bin ich noch nirgends aufgenommen worden"

Mit Sonja Schuller und ihrer Familie soll nun wieder Kontinuität in den Betrieb kommen. Die 45-Jährige steht vor einer großen Aufgabe. Neben der Wirtsstube muss sie auch die zahlreichen Veranstaltungen im Theater- oder im Tagungssaal begleiten. "Ich glaube nicht, dass mir so schnell langweilig wird", sagt Schuller. Die nötige Erfahrung hat sie. Ihre Eltern führten jahrelang den Postsportpark in Moosach, in dem Schuller schon als junge Frau buchhalterische und organisatorische Aufgaben übernahm. Sie selbst pachtete später das Traditionslokal "Zum Alten Wirt von Obermenzing". Erst als sie nach sechs Jahren schwanger wurde, übergab sie das Geschäft ihren Eltern, die es bis heute erfolgreich führen. Vor einigen Monaten erfuhr Schuller dann zufällig, dass die Vereinsgaststätte des ASV ihren Pächter verliert - und wurde hellhörig. Die Gespräche mit der Vereinsführung verliefen durchweg positiv. "Ich hatte ein tolles Gefühl. So herzlich bin ich noch nirgends aufgenommen worden", sagt Schuller.

Die Arbeit, an der es nicht mangeln dürfte, will sie auf viele Schultern ihrer Familie verteilen. Schuller kümmert sich um Buchhaltung und Logistik, ihr Mann und der älteste Sohn übernehmen die Theke, ihre älteste Tochter nimmt sich der sechsjährigen Sophie an, wenn die Eltern im Arbeitsstress sind. Den Koch gibt ihr Schwiegersohn Daniel Eixenberger, der den Beruf erlernt hat und schon im Schottenhammel, in Sölden und beim "Alten Wirt" in Obermenzing gekocht hat. Anbieten wird Schuller "richtig gute bayerische Küche", verspricht sie.

Alles soll frisch sein

Ein Buffet, wie unter Vorgänger Zechner, wird es nicht geben. "Mir ist wichtig, dass alles frisch rausgeht", sagt sie. Die bayerischen Klassiker auf ihrer Karte reichen von Cordon Bleu über Schweinebraten bis hin zu Ente mit Kartoffelknödel und Blaukraut am Wochenende. Ernährungsbewussten Sportlern bietet sie verschiedene Salate und vegetarische Gerichte an. Sie öffnet von Montag bis Samstag (Mittwoch Ruhetag) von 11 bis 24 Uhr, sonntags von 10 bis 23 Uhr. An den Wochenenden bekommen die Gäste durchgehend warme Küche, wochentags gibt es zwischen 14 und 17 Uhr eine kleine Pause.

Zur Eröffnung an diesem Samstag hat Schuller fünf Gerichte zu vergünstigten Preisen zusammengestellt. Auf die Kinder wartet eine Kugel Eis und auf die Erwachsenen eine "kleine Überraschung", wie sie sagt. Der ASV-Geschäftsführer Andreas Wilhelm freut sich: "Wir sind froh, dass es jetzt weiter geht mit erfahrenen Wirtsleuten."

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