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Dachau:Rainer Rösch erneut im Rennen

Die Überparteiliche Bürgermeinschaft nominiert ihren Fraktionsvorsitzenden zum Oberbürgermeisterkandidaten. Der 52-Jährige möchte sich für eine maßvolle Stadtentwicklung einsetzen und den Einzelhandel stärken.

Von Walter Gierlich

Erhielt alle Stimmen: Rainer Rösch, Oberbürgermeisterkandidat. Foto: Heigl

(Foto: Toni Heigl)

Als erste Gruppierung hat die Überparteiliche Bürgergemeinschaft (ÜB) Dachau ihren Oberbürgermeisterkandidaten für die Wahl 2014 offiziell nominiert. Wie schon 2008 wird Rainer Rösch ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus gehen. Über mangelnde Geschlossenheit kann sich die ÜB nicht beklagen: Als die parteifreie Gruppierung am Montagabend ihren Bewerber aufstellte, konnte der ÜB-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat alle 27 Stimmen verbuchen - 100 Prozent. In seiner Vorstellungsrede hatte Rösch eine ganze Reihe von Themen angesprochen, mit denen er in den Wahlkampf ziehen will. Bei der OB-Wahl im März 2008 war Rösch auf 17,7 Prozent gekommen.

Es war eine sehr kurze Mitgliederversammlung in der voll besetzten Ratsstube des Gasthofs Zieglerbräu, in der die ÜB den 52-jährigen Rösch auf den Schild hoben. Die Nominierung des OB-Kandidaten war der einzige Programmpunkt. Und als der frühere langjährige Stadtrat Hermann Windele den Fraktionschef Rösch vorschlug, war das längst kein Geheimnis mehr. Rösch, der von 2002 bis 2008 bereits ÜB-Vereinsvorsitzender gewesen war, nannte in seiner Vorstellungsrede eine Reihe von Themenschwerpunkten, die ihm persönlich wichtig sind. Das Wahlprogramm, über das nach den Worten des Kandidaten bereits ziemlich klare Vorstellungen bestehen, wird die ÜB im Herbst präsentieren. Im Herbst werde die Gruppierung auch die Kandidatenliste für die Stadtratswahl aufstellen, sagte der Vorsitzende Markus Kandler.

Oberste Priorität hat für Rösch "eine maßvolle Stadtentwicklung". Für ihn bedeute das eine "laufende und sorgfältige Abwägung zwischen Qualität und Quantität von städtischem Wachstum", sagte er. Wenn die Lebensqualität dabei nicht leiden solle, müsse die Infrastruktur mitwachsen. Dazu zählen für den gebürtigen Dachauer "nicht nur klassische Bereiche wie Verkehrswege, Kindergärten und Schulen". Für Rösch gehören auch soziale Einrichtungen, Sport- und Erholungsangebote oder fußläufige Einkaufsmöglichkeiten" dazu. Im Feld der Wirtschaft setzt er auf eine Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels und den Bau eines Existenzgründerzentrums, durch das letztlich "qualifizierte Arbeitsplätze vor der Haustüre" entstehen könnten, wie er hofft.

Ohne großräumige Umfahrung der Stadt machen Einzelmaßnahmen im Bereich Verkehr, etwa ein Rückbau der Münchner Straße, aus seiner Sicht "wenig Sinn". An der Forderung nach einem Park-and-Ride-Platz vor den Toren der Stadt hält Rösch ebenso fest wie nach einer Ausweitung der Betriebszeiten und des Netzes der Städtischen Busse. Ein viertes Gymnasium im Landkreis hält der ÜB-Kandidat für notwendig, um die beiden jetzigen Dachauer Gymnasien zu entlasten. Ebenso hält er den Ausbau der Sportstätten für dringend - sei es der Neubau des Hallenbads, die Aussiedlung des TSV 1865 und eine Lösung für die Georg-Scherer-Halle.

An der Integrativen Stadtentwicklung will Rösch festhalten. Die vielen erarbeiteten Ideen und Vorschläge seien "Ausdruck des Bürgerwillens" und dürften "nicht in den städtischen Schubladen verschwinden". Das Entwicklungs- und Nutzungskonzept, das die Thementische der Integrativen Stadtentwicklung für das MD-Gelände ausgearbeitet haben, bleibt für Rösch "Richtschnur für Entscheidungen".

2008 hatten fünf Bewerber um das Amt des Dachauer Oberbürgermeisters gekämpft. Wie viele Kandidaten es in diesem Jahr werden, ist noch offen.

© SZ vom 26.06.2013
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