Dachau:Das Waisenkind, das überlebte

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Dachau: Wenige Wochen vor der Pogromnacht von 1938 besucht Frank Klaus Tittel seine Tante in Dachau. Sie schenkt ihm ein Fahrrad, das er gleich probefährt.

Wenige Wochen vor der Pogromnacht von 1938 besucht Frank Klaus Tittel seine Tante in Dachau. Sie schenkt ihm ein Fahrrad, das er gleich probefährt.

(Foto: Familie Tittel)

Frank Klaus Tittel verlor als Kind während der NS-Zeit fast seine ganze Familie. Nur seine Tante, die Dachauerin Johanna Jaffé, überlebte den Holocaust und brachte ihren Neffen nach dem Krieg nach Großbritannien.

Von Thomas Radlmaier, Dachau

Zwei Monate bevor die Nationalsozialisten mit der systematischen Vernichtung allen jüdischen Lebens beginnen, reisen Klaus Frank Tittel und seine Mutter Hilde nach Dachau. Sie besuchen Klaus' Tante Johanna Jaffé, die in einer Wohnung im ersten Stock in der Taubenberger Straße 1 lebt. Es ist ein Familienausflug im spätsommerlichen September 1938. Als Geschenk erhält Klaus, damals keine fünf Jahre alt, ein Fahrrad von seiner Tante Hanni, der Schwester seiner Mutter. Auf einem Foto ist zu sehen, wie er damit an einem sonnigen Tag über einen Bürgersteig in Dachau radelt und stolz dreinblickt. Die Szene einer fröhlichen Kindheit, deren Unbeschwertheit der nationalsozialistische Judenhass bald rauben wird.

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