Jugendarbeit:Engagement für Demokratie fördern

Jugendarbeit: "Der Landkreis Dachau kann stolz auf seine aktive Zivilgesellschaft sein", sagt Manuel Liebig von der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis.

"Der Landkreis Dachau kann stolz auf seine aktive Zivilgesellschaft sein", sagt Manuel Liebig von der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis.

(Foto: Toni Heigl)

Der Kreisjugendring vergibt Geld für Projekte, die sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegen Rechtsextremismus einsetzen.

Die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Dachau fördert in diesem Jahr Projekte aus der Zivilgesellschaft mit 65 000 Euro - mehr Geld steht der Koordinierungs- und Fachstelle, die beim Kreisjugendring angesiedelt ist, dafür nicht zur Verfügung. Insgesamt seien allerdings Anträge über ein Volumen in Höhe von 130 000 Euro für dieses Jahrs eingegangen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Manuel Liebig, der Leiter der Koordinierungs- und Fachstelle, sagt dazu: "Der Landkreis Dachau kann stolz auf seine aktive Zivilgesellschaft sein. Leider konnten mit unseren Mitteln nicht alle Projekte berücksichtigt werden." So wie gerade Hunderttausende Menschen auf der Straße für die Demokratie demonstrieren würden, zeige auch das Antragsvolumen, dass sich viele Bürger aktiv für die Demokratie, für Vielfalt und gegen Diskriminierung einsetzen wollen. "Wir von der Partnerschaft für Demokratie arbeiten weiter daran, Engagement zu fördern und damit dafür zu sorgen, dass die rechtsextreme Gefahr für unsere Demokratie, die mit Intoleranz und Ausgrenzung einhergeht, hier nicht Fuß fassen kann."

Gefördert werden nach Angaben des KJR Projekte an Schulen, die das Engagement von Schülern in der SMV-Arbeit unterstützen sowie Workshops zur Stärkung von Konfliktlösekompetenzen rund um Mobbing, Diskriminierung und Vorurteile. Auch pädagogische Fachkräfte stehen mit Schulungen zu Antiziganismus und diskriminierungskritischer Theaterpädagogik über das Max-Mannheimer-Studienzentrum im Fokus. Darüberhinaus kann über die Förderung ein Austausch- und Begegnungsformat von ukrainischen Geflüchteten fortgeführt werden. Im Themenfeld Integration steht auch die Förderung einer breiten Kampagne für die Neubesetzung des Integrationsbeirats im Landkreis Dachau.

Zudem ist über den Kreisjugendring Dachau ein inklusives Sportfest geplant, dass Familien mit Kindern mit Behinderung in den Fokus rückt. Die finanzielle Unterstützung ermöglicht auch die weitere Durchführung des "Café Queer", in dem sich queere Jugendliche und junge Erwachsene finden und gemeinsame Veranstaltungen und Aktionen planen können. Auch der Runde Tisch gegen Rassismus plane wieder eine umfangreiche Veranstaltungsreihe, die sich mit dem aktuellen Rechtsruck und Handlungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft befasse. "Diese Vielfalt an beantragten und geförderten Projekten deckt viele Bereiche der Gesellschaft ab. Die Förderung einer aktiven Zivilgesellschaft ist insbesondere in einer Zeit, in der die Demokratie unter Druck steht, von enormer Bedeutung. Nur gemeinsam können wir Polarisierung und Spaltung entgegenwirken", so Manuel Liebig.

Auch die Partnerschaft für Demokratie in der Gemeinde Karlsfeld unterstützt vielfältige Projekte. Nimmt man diese hinzu, wurden laut KJR Anfang 2024 fast 200 000 Euro für Demokratieförderung und Vielfaltgestaltung im Landkreis Dachau beantragt und knapp 100 000 Euro für Projekte vergeben. Der Bedarf für Fördermittel ist also hoch. Im Landkreis Dachau stehen für die nächste Antragsfrist Anfang Juni noch 9000 Euro für Projekte zur Verfügung, die Vereine und Initiativen, die sich aktiv für eine tolerante, diskriminierungsfreie und integrationsoffene Gesellschaft einsetzen, beantragen können.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusRechtsextremismus
:"Wir müssen die Vorzüge der Demokratie mehr herausstellen"

Vor zwei Wochen haben rund 4000 Menschen in Dachau gegen Rechtsextremismus demonstriert. Einer der Initiatoren, Peter Heller, spricht darüber, wie es jetzt weitergehen kann.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: