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Integrationspolitik:Hilfe für die Helfer

Asylbewerber Unterkunft

Die Asylunterkunft der Stadt Dachau im Himmelreichweg.

(Foto: Niels P. Joergensen)

Die Integration von Flüchtlingen wurde von engagierten Bürgern vorangetrieben, die Politik hat die Ehrenamtlichen allein gelassen. Die Folgen werden nun sichtbar.

Den Asylhelferkreisen im Landkreis laufen die Ehrenamtlichen davon. Das ist hochproblematisch, kommt aber keineswegs überraschend. Seit Längerem schon beklagen die Helfer, sie seien überfordert, erschöpft, resigniert. Das ist die Folge einer verfehlten Integrationspolitik. Eines wurde in den vergangenen vier Jahren deutlich: Nicht der Staat, sondern die Ehrenamtlichen haben alles versucht, um geflüchtete Menschen in diesem Land zu integrieren. Sie haben diese enorme Aufgabe alleine bewältigt. Während der Staat zu oft nur zugesehen hat.

Deutschunterricht? Wird von staatlicher Seite nur in ungenügendem Ausmaß angeboten. Hilfe bei Behördengängen? Nicht ausreichend vorhanden. Hier kommen die Ehrenamtlichen ins Spiel. Sie sind das Bindeglied, das aus politischen Weisungen echte Integration werden lässt. Sie setzen um, was von der Politik am Reißbrett geplant wird. Doch sie sind es auch, die heute unter der Last dieser Verantwortung zusammenbrechen. Kaum ein ehrenamtlicher Asylhelfer war vorbereitet auf das, was mit der Ankunft der Flüchtlinge auf ihn oder sie zukam. Psychisch wie physisch gelangten viele schnell an ihre Grenzen. Wie ist es ihnen auch zu verdenken? Probleme, welche eine Euphorie anfangs verdeckte, sind heute omnipräsent. Die Helfer sind müde, die Realität hat sie eingeholt.

Sie brauchen das Gefühl, nicht allein gelassen zu werden

Doch der Gipfel ist: Inzwischen müssen sich viele Ehrenamtliche sogar gegen Hass wehren, und zwar weil sie ihre Freizeit opfern, um anderen zu helfen. Eine Asylhelferin aus Schwabhausen möchte nicht mit ihrem Namen in der Zeitung stehen, aus Angst vor Anfeindungen. Sie habe da schlechte Erfahrungen gemacht, sagt sie. Das muss die Gesellschaft und Politik besorgen.

Viele Helfer beklagen, in den vergangenen vier Jahren vom Staat zu wenig Unterstützung bei der Integration der Geflüchteten bekommen zu haben. Was die Asylhelfer jetzt brauchen, ist aber genau das: echte Hilfe, sowohl finanzielle als auch personelle. Vor allem aber brauchen sie das Gefühl, nicht allein gelassen zu werden.