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Artenvielfalt:Zum Schutz der Zauneidechse

Bund Naturschutz will Bau einer Tankstelle stoppen

Die Gemeinde Odelzhausen will auf dem Grundstück der ehemaligen Baumschule Winkler eine Tankstelle bauen und somit das Gewerbegebiet südlich der Autobahnabfahrt Odelzhausen erweitern. Das aber hätte laut Bund Naturschutz erhebliche Folgen für die Natur und Artenvielfalt.

Der Vorsitzende der Dachauer Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN), Roderich Zauscher, ist strikt gegen eine Bebauung des Grundstücks: "Ich halte es für absolut falsch, das Gewerbegebiet auszuweiten. Für mich hat sich immer die Frage gestellt, wie wir das verhindern können", klagt Zauscher. Nach der Rodung der Fläche hätten sich Buschzonen entwickelt und verschiedene Hochgräser ausgebreitet. "Dadurch besteht ein hohes Maß an unterschiedlichen Lebensräumen, was zu einer riesigen Artenvielfalt geführt hat,", so Zauscher weiter.

Der BN befürchtet, dass nach dem Bau einer Tankstelle ein Autohof oder Schnellrestaurants folgen könnten. Somit gäbe es ein größeres Verkehrsaufkommen, schon jetzt seien insbesondere die beiden Kreisverkehre zu den Hauptverkehrszeiten stark überlastet. "Das würde auch dem Image der Gemeinde schaden", ist Roderich Zauscher überzeugt.

Deswegen hat der Bund Naturschutz das Grundstück im vergangenem Jahr vom biologischen Fachbüro "Plan" untersuchen lassen. Nach insgesamt drei Begehungen wurde ein Gutachten erstellt, dass die Bedeutung des Gebiets festhalten soll. Laut diesem sei die Fläche "aufgrund der Lage in einer ansonsten stark landwirtschaftlich geprägten, strukturarmen Landschaft besonders bedeutend." Neben der europarechtlich streng geschützten Zauneidechse wurden weitere Arten, wie die Haselmaus und Goldammer entdeckt. "Für diese müssten im Falle einer Bebauung unbedingt neue Lebensräume in Form von Ersatzbiotopen geschaffen werden", fordert Zauscher.

Sogar zwei Pflanzenarten, die auf der Roten Liste Bayerns stehen, wurden durch die Fachleute nachgewiesen. Laut Bund Naturschutz seien an den drei Begehungsterminen so viele Pflanzen- und Tierarten festgestellt worden, dass "eine größere artenschutzrechtliche Untersuchung unbedingt erforderlich ist". Diese würde aber mindestens zwei Jahre dauern.

Zauscher hofft nun, dass die Gemeinde Odelzhausen das Projekt stoppen wird. "Wenn die Gemeinde nicht bald zur Vernunft kommt, gehen wir vor Gericht. In diesem Fall muss einfach Artenschutz betrieben werden, dass ist juristisch mehr als eindeutig."

© SZ vom 04.02.2020
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