Circus Krone Pferdeprinzessin trifft Löwen-Mann

Art-déco-Fassade und Kostüme aus der Hausschneiderei: Der Circus Krone wagt ein neues Konzept.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Der Traditionszirkus wagt mit dem Programm "Mandana" auf der Theresienwiese etwas Neues

Von Barbara Hordych

Während die Münchner derzeit noch bis zum 31. März das dritte Winterprogramm im Krone-Bau an der Marsstraße besuchen, laufen parallel schon die Umzugsarbeiten für das zehntägige Gastspiel auf der Theresienwiese auf Hochtouren. Dort steht bereits das größte reisende Zirkuszelt der Welt, in dem am 4. April die Premiere des Jubiläumsprogramms "Mandana - Circuskunst neu geträumt" zu sehen sein wird. In einem Zelt, das fast der Größe eines Fußballfeldes entspricht, können die Münchner den Circus so erleben wie sonst in den sieben Gastspielmonaten die übrige Welt. Der sogenannte "blaue Dom" bietet normalerweise 4000 Zuschauern Platz, doch dieses Mal ist alles anders: "Für unsere Tourneeproduktion haben wir ein ganz neues Konzept entwickelt, dessen Bühnenbild aus einem Palast und einem Innengarten besteht", sagt Krone-Direktorin Jana Mandana Lacey-Krone bei der Vorstellung des Programms im Zelt auf der Theresienwiese. Die Zuschauer sitzen näher an der Manege als sonst, dafür gebe es dann "nur" 3 000 Plätze, ergänzt ihr Mann, der britische Raubtierlehrer Martin Lacey.

Die Palast-Fassade wurde im Art-déco-Stil aufgebaut, eine Sonderanfertigung, die sich die Familie Krone-Lacey knapp 200 000 Euro kosten ließ. "Das sind allein die Kosten für das Material, vor allem für das Blattgold", sagt Lacey. Hinzu kämen noch die Arbeitsstunden der Künstler und Handwerker. Orientiert habe man sich dabei an der historischen maurischen Fassade, die in den Zwanziger Jahren, zu Zeiten von Circus-Gründer Carl Krone, als Fassadenbau vor dem reisenden Zelt stand. Erstmals wurden nicht nur das Bühnenbild, sondern auch alle Kostüme der Künstler in den Krone-eigenen Werkstätten gefertigt.

"Normalerweise bringen unsere internationalen Artisten ihre eigene Garderobe mit", erklärt Jana Lacey-Krone. Doch weil sie dieses Mal eine eigene, zusammenhängende Geschichte erzählten, entwarf ein ganzes Design-Team eine passende Ausstattung für die Tourneeproduktion.

Für die Show selbst holte sich das Direktorenpaar Bence Vági, den 38-jährigen Gründer und Artdirector der Recirquel Company Budapest als Regisseur. "Sie sahen im vergangenen Jahr eine meiner Shows, in denen ich Zirkuskunst, Tanz und Theater zu dem Genre ,Cirque Danse' zusammenführe, und sprachen mich danach auf eine Zusammenarbeit an", erzählt Vági. Der zugrundeliegende Gedanke der großen "Zirkus-Oper", wie sie Vági nennt, ist die Begegnung von "Pferdeprinzessin" und "Löwen-Mann": Eine Verbindung, die so manches Hindernis zu überwinden habe, die auch Stoff für komische Szenen biete. "Pferd und Löwe sind ja eigentlich einander entgegengesetzte Naturen", sagt Vági. Dafür, dass die beiden dann doch zusammenkommen, sorgen das Duo "Stipka" mit ihrem "Reiterballett" auf zwei Pferderücken, der Comedian und Magier Steve Eleky als "Hofnarr", die ukrainischen Trampolinspringer "Truppe Non Stop", die kolumbianischen Hochseil-Artisten "Los Robles" sowie russische und ukrainische Artistik-Duos.