Expansion BMW baut Standort München aus

BMW stellt in diesem Jahr 8000 neue Mitarbeiter ein.

(Foto: dpa)
  • Weltweit will BMW mehr als 8000 neue Stellen schaffen - und in Zuge dessen auch in München neue Fachkräfte einstellen.
  • In Freimann sollen 1500 Stellen entstehen. Derzeit laufe eine interne Analyse für den Ausbau des Areals um die Lilienthalallee.
  • Der Konzern erhöht auch den Druck auf die Stadt, bessere Verkehrsanbindungen zu schaffen.
Von Stefan Mühleisen

BMW expandiert: Allein in diesem Jahr will der Münchner Autobauer weltweit mehr als 8000 neue Stellen schaffen. "Durch die hohe Nachfrage brauchen wir sowohl in unseren deutschen Werken, als auch im internationalen Produktionsnetzwerk mehr Fachkräfte", sagte Personalvorständin Milagros Caiña-Andree am Wochenende. Und auch in München selbst dürfte der Konzern bald reichlich neue Fachkräfte einstellen: Rund um die bestehende Auslieferungshalle in Freimann sollen 4500 Arbeitsplätze entstehen, davon immerhin 1500 neue Stellen. Entsprechende Pläne bestätigte BMW der Süddeutschen Zeitung.

Nachdem die Erweiterungspläne für das Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) in Milbertshofen bereits auf dem Weg gebracht sind, beabsichtigt der Autokonzern nun auch, das Areal um die Lilienthalallee in Freimann auszubauen. Derzeit laufe eine interne "Voranalyse", um an diesem Standort Verwaltungs- und Werkstattgebäude zu errichten, bestätigte BMW-Sprecherin Daria Gotto. "Die grobe Planung sieht 4500 Arbeitsplätze vor." Eine Entscheidung für die Neubauten in Freimann sei aber noch nicht gefallen.

Hinter dem Projekt stehe die Idee der BMW Group, drei Bereiche an einem Standort zusammenzuführen: Vertrieb BMW Deutschland, BMW Bank und die Tochterfirma Alphabet Fuhrparkmanagement GmbH. "Es wäre nun logisch, diese drei Bereiche, die eng miteinander verbunden sind, im Sinne einer noch effektiveren Zusammenarbeit an einem Ort zu konsolidieren", sagt die BMW-Sprecherin. Allein 500 Mitarbeiter von Alphabet Fuhrparkmanagement würden damit an den neuen Standort ziehen - und damit mehrere leere Stockwerke im "Uptown Munich"-Turm am Georg-Brauchle-Ring hinterlassen. "Es werden aber auch mehrere Standorte außerhalb Münchens geprüft", sagt Gotto.

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Allerdings hat die zuständige Projektgruppe schon detaillierte Vorstellungen für das Vorhaben in Freimann entwickelt, wie in einer Gremiumssitzung des örtlichen Bezirksausschusses Schwabing-Freimann am Donnerstag deutlich wurde. BMW-Projektleiter Jens Freitag war mit zwei Kollegen gekommen, um primär über die zu lösenden Verkehrsprobleme zu sprechen. Er präsentierte dabei auch Planskizzen für die Bebauung. Demnach stellt sich BMW südlich der bestehenden Fahrzeug-Auslieferungshalle ein Parkhaus und ein Werkstatt-Gebäude vor, worin auch Schulungen stattfinden sollen. Direkt gegenüber, östlich der Lilienthalallee, zeigte die Simulation ein großes Bürogebäude für Verwaltungsmitarbeiter. Nach Freitags Worten sollen 1500 neue Arbeitsplätze in den Bauten entstehen.

Er machte in seinem Vortrag zudem deutlich, dass BMW bemüht sei, sich nicht abzuschotten. So soll der nördliche Vorplatz des Verwaltungsbaus "semi-öffentlich" sein, mit Gastronomie-Betrieben und einer Cafeteria. Weiter sei eine enge Kooperation mit dem angrenzenden Eisenbahner-Sportverein (ESV) geplant. Dieser nutzt einen Teil des bestehenden und teils maroden BMW-Hallenkomplexes. Seit Jahren fürchtet die Vereinsführung einen Abriss und den Verlust des Trainingsgeländes, wobei die Eigentumsverhältnisse sehr kompliziert sind. BMW-Projektleiter Freitag artikulierte den Willen des Konzerns auf eine gedeihliche Nachbarschaft. "Wir können uns vorstellen, unser Fitnesscenter hier nicht zu etablieren und dafür Vereinsmitgliedschaften für unsere Mitarbeiter anzubieten", sagte er.

Ausführlich sprachen die BMW-Vertreter über die Probleme der Verkehrserschließung. Sie ließen dabei durchblicken, dass der Konzern von der Stadt die Forcierung mehrerer Infrastrukturprojekte erwartet. Freitag präsentierte Zahlen eines Verkehrsgutachtens, das wegen einer drastischen Zunahme der Fahrzeugbewegungen verkehrliche Lösungen nahe legt. Als Problem schilderten sie dabei die "beiden Flaschenhälse" an Heidemannstraße im Norden und Frankfurter Ring im Süden, die jeweils in die Lilienthalallee einmünden.

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(Foto: SZ-Grafik)

Zum einen dringt BMW laut Freitag bei der Stadt darauf, die U-Bahn-Tangente vom U 2-Bahnhof Am Hart zum U 6-Halt Freimann zu realisieren. Weiter soll nach Vorstellung des Autobauers die Kreuzungsbereiche an der Heidemannstraße und dem Frankfurter Ring erweitert und ausgebaut werden. Ferner sieht es der Konzern als nötig an, einen Pendelbus zum U-Bahnhof Freimann einzurichten. Die Stadt müsste Freitag zufolge dafür einige Straßen für den Busverkehr öffnen. "Wenn die MVG dieses Zusatzangebot nicht leisten will, übernehmen wir den Betrieb der Buslinie", kündigte Freitag an.

Die Abstimmung mit den städtischen Behörden ist bereits im Gange. "Das Projekt ist bei uns im Hause gut bekannt", sagt eine Sprecher des Planungsreferats. Es hätten bereits Gespräche im Rahmen der Bauberatung und zur Verkehrsplanung mit BMW stattgefunden. Das Verkehrsgutachten für das Ausbesserungswerk Freimann sei entsprechend aktualisiert worden. "Dies wurde in enger Abstimmung mit BMW durchgeführt", so der Behördensprecher.