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Berg am Laim:Naturkindergarten statt Neubau

Lokalpolitiker wollen Baumfällungen an der Halserspitzstraße vermeiden

Von Lea Kramer, Berg am Laim

Offiziell sind die Kita-Plätze für den Herbst bereits vergeben. Aber es warten noch immer viele Münchner Familien auf einen Betreuungsplatz für ihre Kinder. Das ist auch den Lokalpolitikern in Berg am Laim bewusst, trotzdem haben sie sich unlängst gegen den Bau einer neuen Kindertagesstätte im Viertel gewandt. Dabei ging es vor allem um ökologische und verkehrliche Aspekte. Nun haben sie eine neue Idee präsentiert, wie eine Kita an der Halserspitzstraße doch noch entstehen könnte.

Das Referat für Bildung und Sport (RBS) plant, an der Halserspitzstraße eine Kinderkrippe mit fünf Gruppen zu errichten. Die Straße endet links und rechts eines Grünzugs jeweils in einer Sackgasse. Im Rahmen der Planungen könnte diese Lücke geschlossen werden, so wie es der vor mehr als 30 Jahren gefasste Bebauungsplan vorsieht. Gegen diesen nie umgesetzten Durchstich wehrt sich der Bezirksausschuss (BA) Berg am Laim vehement. Die Mehrheit des Gremiums befürchtet, dass der neue Weg mehr Verkehr anziehen würde. Zudem müssten für das Vorhaben zahlreiche Bäume gefällt werden. Nach einem Ortstermin zu Beginn des Jahres will die Stadt nun prüfen, ob die Verbindung der beiden Straßenteile tatsächlich nötig ist.

Da es bei dem geplanten Kita-Neubau wohl auch darum geht, die Kosten niedrig zu halten, hat der BA nun eine Alternative vorgeschlagen. Das Stadtteilgremium findet, dass das Grundstück am Rande des Michaeliangers ein guter Standort für einen Naturkindergarten wäre. Durch den Einsatz mobiler Bauwägen könnten "unnötige" Baumfällungen verhindert werden, heißt es im Antragstext für eine "enkeltaugliche Kita-Planung". Zudem sollte überlegt werden, ob die drei umliegenden eingeschossigen Kinderbetreuungseinrichtungen nicht aufgestockt werden könnten. Den Durchstich an der Halserspitzstraße bräuchte man dann nicht mehr. "Es soll weiterhin zwei getrennte Hälften der Straße geben, um den Baumbestand größtmöglich zu schützen und keinen Schleichweg zu haben", sagte Stefan Hofmeir (ÖDP), auf dessen Initiative der Antrag zurückgeht. Diese Option soll die Verwaltung nun prüfen, entschied das Gremium mit einer Gegenstimme.

© SZ vom 29.04.2021
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