Klassiker und Exoten:Stimmungsheber mit Puderzucker

Klassiker und Exoten: Heinrich Traublinger der Jüngere mit ausgezeichneten Erzeugnissen aus der Vorweihnachtsproduktion der Bäckerinnung.

Heinrich Traublinger der Jüngere mit ausgezeichneten Erzeugnissen aus der Vorweihnachtsproduktion der Bäckerinnung.

(Foto: Gino Dambrowski)

Nicht nur gut, sondern angeblich auch gesund: Die Bäckerinnung lässt Stollen prüfen

Von Franz Kotteder

Was haben der Piña-Colada-Stollen, der Marc-de-Champagne-Stollen und der Orangen-Dinkel-Stollen gemeinsam? Alle drei sind Christstollen von Münchner Innungsbäckern, und alle drei haben jetzt eine Goldmedaille bekommen. Alle Jahre wieder lässt die Bäckerinnung München und Landsberg ihre Stollen prüfen und bewerten, und alle Jahre wieder sind da eben auch Exoten dabei. Eigentlich hat sich aber der 2004 erfundene und patentierte Münchner-Kindl-Stollen mit seinen Macadamianüssen und den ganzen braunen Mandeln "zum Verkaufsschlager" entwickelt, so der neue Innungsobermeister Heinrich Traublinger am Donnerstagmittag bei der Bekanntgabe der Ergebnisse der Stollenprüfung.

Beim Innungsmeister ist der Name übrigens gar nicht so neu, Traublingers Vater hieß auch schon Heinrich und war jahrzehntelang ebenfalls Obermeister der Bäckerinnung. Neu dagegen ist, dass die ausgezeichneten Bäcker nicht anwesend waren bei der Präsentation der Ergebnisse: Daran war natürlich Corona schuld. Die Pandemie macht es in diesem Jahr auch notwendig, auf den alljährlichen Stollenmarkt im Alten Rathaus zu verzichten. Dafür ist man jetzt mit dem süßen Backwerk gut im Internet vertreten. Mit der eigenen Homepage www.muenchner-kindl-stollen.de und dem Online-Shop www.muenchner-kindl-stollen-shop.de.

Man hat nun die Wahl zwischen 137 verschiedenen Stollen, und an der Prüfung und Bewertung durch einen Fachmann des Deutschen Brotinstituts haben 21 Bäcker teilgenommen. Dabei ging es um Perfektion: Schon wenn die Puderzuckerschicht Löcher aufwies, gab es Punktabzug. Mit 85 als "sehr gut" und 52 als "gut" bewerteten Stollen schnitten die Münchner und Landsberger Bäcker aber nicht nur qualitätsmäßig auch dieses Mal wieder sehr gut ab.

Traublinger wies auch auf die positiven gesundheitlichen Nebenwirkungen der Zutaten hin. So seien Nelken entzündungshemmend, Piment könne Rheuma lindern, Zimt senke den Blutzuckerspiegel ebenso wie Fette und Cholesterin. Kardamom wirke antibakteriell und hebe gar die Stimmung. "Und das ist genau das, was wir brauchen", so Traublinger, "einen Stimmungsheber." Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) zeigte sich da bei der Präsentation der Prüfungsergebnisse sehr erfreut, "dass der Münchner Stollen auch noch so gesund ist". Wichtig für ihn, denn schließlich ist er bekannt dafür, dass er auf dem Oktoberfest zuerst die Stände mit den Süßigkeiten aufsucht. Und welche von all den vielen Stollensorten ist ihm selbst der liebste? "Ich bin da total bieder", gesteht er ein, "ich finde den Marzipanstollen richtig gut." Ansonsten sei die Zeit bis Weihnachten bei all den vielen verschiedenen Sorten selbst für ihn eine echte Herausforderung: "Die kann man gar nicht alle testen."

© SZ vom 13.11.2020/van
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB