Aufregung um Twitter-Foto Ist es Pep? In der S 8?

Im Internet sorgt das Foto eines Mannes für Wirbel, der wie Pep Guardiola aussieht. Aber fährt der zukünftige Bayern-Coach tatsächlich mit der S-Bahn durch München? Eine Spurensuche.

Von Gerald Kleffmann

Am Mittwoch tauchte im Internet (zum Beispiel hier) ein Foto auf, das einen Mann zeigt. Er hat eine Glatze wie Guardiola. Seine Gesichtszüge sind wie die von Guardiola. Er ist so groß wie Guardiola. Er sieht exakt aus wie: Guardiola.

Nur: Ist es Guardiola? Kann das sein?

Dieser Mann - er sitzt in einer S-Bahn, die genau auf den Typ Münchner S-Bahn passt. Jemand, der das Foto, das bei Facebook einsehbar ist, weitergeleitet hat, schreibt dazu: "hier das versprochene foto von Pepe Guardiola auf dem weg nach München innenstadt bestimmt zur Säbener Straße ;))." Unglaublich - nur: In der Welt des Internets wird vieles behauptet.

Lieber also ein Anruf beim FC Bayern: Hallo, ist Pep Guardiola, der begehrteste Trainer der Welt, heute zufällig in München mit der S-Bahn gefahren?

"Wir kennen das Foto", sagt Markus Hörwick, der Mediendirektor des FCB, gar nicht so überrascht. "Nach einem ersten Stutzen mussten wir schmunzeln." Heißt: Es sei nicht Guardiola. Denn, so Hörwick: "Gestern noch hat Karl-Heinz Rummenigge mit ihm telefoniert, da war Guardiola in New York. Und unser Kontakt geht nach New York und nicht in die S-Bahn." Zudem: Guardiola wollte nun von der US-Ostküste aus direkt nach Barcelona fliegen.

War das jetzt ein Dementi? Offenbar. Irgendwie. Aber dass die Bayern selbst stutzten, ist bemerkenswert. Und löst die Verwunderung nicht auf.

Dafür, dass es Pep ist, spricht ja: das Gesicht. Die hohe Stirn. Die lässige Haltung. Die Coolheit - Guardiola würde anstandslos mit der S-Bahn fahren. Macht er in New York auch, wo er im Sabbatical war. Dagegen, dass es Pep ist, spricht aber auch: Der begehrteste Trainer der Welt sitzt in einer S-Bahn. Er wirkt an der Brust nicht ganz so rank wie Guardiola auf einem Bild aus dem Mai. Er trägt komische Schuhe. Nein, sagt ein Betrachter in der SZ-Redaktion: Gerade die Schuhe passen. Sein Stil sei das.

Wie man dieses Bild betrachtet, dreht, spiegelt, wendet: Man staunt nur noch.

Selbst wenn man das Bild nicht sieht, man kann es sich leicht vorstellen. Man muss sich nur vorstellen, wie Guardiola in der S 8 vom Flughafen sitzt, einen Koffer neben sich, hellgrauer Rolli, und in ein Handy guckt.

Anfrage über zwei Ecken beim Schnappschussschützen. Doch der Fotograf, den einer über zwei Ecken kennt, meldet sich nicht. Angeblich, heißt es später über zwei Ecken, habe ein Boulevardblatt die Rechte gekauft. So bleibt dieser Fall vorerst ein Indizienfall. Immerhin: Die SZ fand eine Person, die am Mittwoch mit Guardiola telefonierte. Leider vergaß diese Person Pep zu fragen, wo er sei. In Barcelona ist er offenbar nicht. Ein Informant mit Draht dorthin berichtete, Stand Mittwoch, 17 Uhr: Die Rollläden seiner Wohnung seien unten.

18 Uhr, eine letzte Einordnung. Einer, der den Fotografen um eine Ecke kennt, mailt: "Auf alle Fälle ist Pep ein geiler Typ und war anscheinend mega entspannt den Leuten gegenüber. Er fühlt München schon jetzt >Das wird eine neue Super Ära bei den Bayern."