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Au:Sport in der Pause

Wo ist der kleine Ball? Mit ihrem Projekt "Sport um die Welt" beteiligen sich die Schüler der Grund- und Mittelschule an der Hochstraße am Aktionstag von "Jugend trainiert für Olympia".

(Foto: Gino Dambrowski)

Aktionstag soll Schüler dazu anregen, sich mehr zu bewegen

Von Patrik Stäbler, Au

"Sechs, sieben, acht." Samem zählt laut mit, während er den orangefarbenen Ball durch die Luft fliegen lässt und ihn immer wieder in die Höhe kickt - mit rechts, mit links, mit dem Knie. Der 15-Jährige ist leidenschaftlicher Fußballer, an diesem Vormittag aber jongliert er mit einem kleineren und mit Granulat gefüllten Hacky-Sack. Und nicht nur er: Rund um Samem schießen und werfen auch die anderen Neuntklässler der Tagesheimschule an der Hochstraße die bunten Bälle durch die Luft. Normalerweise würden gerade die älteren Kinder in der Pause eher beisammensitzen und ratschen, hat Schulleiterin Mechtild D'Sa zuvor erzählt. Zumal die einzelnen Klassen jetzt stets nur bestimmte Bereiche des Pausenhofs nutzen dürfen.

Doch heute herrscht überall reges Treiben - hier spielen Erstklässler Fangen, dort hüpfen Fünftklässler über aufgemalte Kreidekästen. "Sport um die Welt" heißt das Projekt, bei dem es darum gehe, "dass die Kinder sich in der Pause bewegen und 30 Minuten richtig auspowern", sagt Sportlehrerin Laura Schönberger. "Außerdem wollen wir zeigen, dass Sport trotz der Corona-Auflagen möglich ist." Mit ihrem Projekt nimmt die Grund- und Mittelschule an einem Aktionstag von "Jugend trainiert für Olympia" teil. Normalerweise geht es bei dem Programm um einen Schulwettbewerb in 21 Disziplinen, der heuer aber wegen der Pandemie größtenteils ausfällt. Daher hat "Jugend trainiert" erstmals einen Aktionstag ausgerufen, an dem sich 1200 Schulen und 235 000 Kinder beteiligen.

Das Projekt fällt in eine Zeit, in der es der Sportunterricht vielerorts schwer hat. Während der Corona-Krise wurde er meist sogar ganz gestrichen. "Das hat man den Kindern angemerkt", sagt Laura Schönberger. "Sport ist ja auch wichtig für den Umgang miteinander und das Sozialgefüge in der Klasse." Nun sollen sich die Kinder zusätzlich zum Sportunterricht auch in den Pausen mehr bewegen - an mehreren Stationen, wo Spiele aus aller Welt auf sie warten. Und das nicht nur am bundesweiten Aktionstag, sondern auch darüber hinaus, denn die Tagesheimschule will das Angebot beibehalten - zumindest so lange, sagt Laura Schönberger, bis die Corona-Ampel wieder auf Grün stehe.

© SZ vom 01.10.2020

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