Architektur Arbeiten wie im Wald

Was für ein Pausenraum: Auf dem Dach soll eine 2000 Quadratmeter große Terrasse zur Entspannung einladen. Simulation: Euroboden

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Investor stellt Pläne für neues Bürogebäude in Dornach vor

Von Pia Ratzesberger

Die Zukunft der Arbeit liegt in Dornach. Zumindest wenn es nach Stefan Höglmaier geht. Denn am Rande von München plant der bekannte Investor gerade ein neues Gebäude voller Büros - in denen man sich im besten Falle fühlen soll wie mitten im Wald. Höglmaier sagt: "Wo kann man in der Stadt schon die Fenster öffnen und Moos und Bäume riechen?" Die Menschen in seinen Büros sollen das können.

Der Unternehmer will mit seiner Firma Euroboden einen Bau aus Sichtbeton errichten. Mit einer Außentreppe, mit umlaufenden Balkonen, mit Pflanzenbeeten und Bäumen, die von der Tiefgarage in die Höhe wachsen. Ihm schweben Büros vor, in die man am Abend noch seine Freunde einlade, weil der Blick nirgends so gut sei wie auf der Terrasse des Büros. Nur: Ist es überhaupt erstrebenswert, dass man auch noch den Feierabend in der Arbeit verbringt?

Es komme doch darauf an, wie man sich an diesem Ort fühle, sagt Stefan Höglmaier dazu. Wenn man in einer hermetischen Kiste sitze, wolle man dort keine Minute länger verbringen als man müsse, wahrscheinlich nicht einmal seine Pause. Er aber wolle einen Ort schaffen, an dem man sich gerne aufhalte, und an dem man auch in einer kurzen Pause zur Ruhe komme. Der Investor plant mit den Architekten Arno Brandlhuber und Muck Petzet zum Beispiel eine 2000 Quadratmeter große Terrasse und einen flachen Pool, in dem man zwar nicht schwimmen, aber die Füße kühlen kann. Insgesamt hat das Projekt ein Volumen von mehr als 60 Millionen Euro.

Wenn über die Zukunft der Arbeit gesprochen wird, ist schnell von den Büros der großen Konzerne aus dem Silicon Valley die Rede. Büros mit Bällebädern oder zumindest mit einer Playstation, auch die sind darauf ausgelegt, dass die Mitarbeiter nicht mehr unbedingt zwischen Arbeit und Freizeit unterscheiden. Auf den Simulationen aus Dornach sind Großraumbüros zu sehen, doch wie die Innenräume eingerichtet werden, wird die Sache der Mieter sein. Noch steht nicht fest, welche Unternehmen einziehen werden, Höglmair zufolge werden die Mieten bei "unter 17 Euro pro Quadratmeter" beginnen.

Das Besondere an dem neuen Bau sei, dass es nicht nur darum gehe, Innenräume an die Anforderungen der neuen Arbeitswelten anzupassen, sagt der Unternehmer. Sondern dass es auch darum gehe, die Architektur des gesamten Gebäudes so zu gestalten, dass man gerne darin arbeite. Dazu passt, dass das Team so viele Pflanzen und Bäume eingeplant hat - wer in einer lauten Großstadt lebt, sehnt sich manchmal umso mehr nach der Natur, und die sollen die neuen Büros den Städtern bieten können. Büros am Rande von München, das gilt sonst eher nicht als attraktiv, doch Höglmaier betont die Vorteile der Lage, erzählt noch einmal von den Bäumen vor dem Fenster. "Es ist doch ein menschliches Grundbedürfnis, durchzuatmen."

Der ungewöhnliche Bau entsteht in der Karl-Hammerschmidt-Straße an der Ecke zur Bahnhofstraße, nahe dem S-Bahnhof Riem. Wer am Marienplatz den Zug in eines der neuen Büros nehmen sollte, würde etwa 25 Minuten bis zur Arbeit brauchen. So lange sei man oft auch innerhalb der Stadt unterwegs, argumentiert Höglmaier.

In den kommenden Jahren würden noch mehr Büros in der Gegend entstehen, doch der Bau grenze an ein Naturschutzgebiet an, dort werde sich nichts verändern. Außerdem sind da noch mehr Bäume, die aus der Tiefgarage.