Aktuelles Lexikon:Unterwasservulkane

Tief am Boden des Ozeans sind sie und bleiben daher häufig unerforscht - aber manchmal schaffen sie es an die Oberfläche.

Von Charlotte Geißler

Die meisten Vulkanausbrüche auf der Erde schaffen es nie ins Fernsehen. Denn die Mehrzahl der Vulkane befindet sich nicht an Land, sondern im Ozean. Genau bestimmen lässt sich die Zahl der Unterwasservulkane nicht: Viele davon befinden sich in solcher Tiefe, dass sie nur sehr schwer zu erforschen und zu zählen sind. Tiefseevulkane sind wichtig für die Entwicklung von Leben auf der Erde: Im warmen Wasser um ihre Öffnungen entstanden vermutlich die ersten Einzeller. Die meisten submarinen Vulkane finden sich an den Plattengrenzen: etwa in der Mitte des Ozeans, wenn sich zwei Platten auseinanderbewegen und am Meeresgrund in der Spalte Magma nachströmt. Oder aber dort, wo eine schwere ozeanische Platte auf eine Kontinentalplatte trifft, unter sie gedrückt wird und schmilzt. Vor Küsten sammeln sich deshalb besonders viele Unterwasservulkane, etwa rund um den Pazifischen Feuerring. Wenn ein submariner Vulkan besonders aktiv ist und durch Ausbrüche immer mehr in die Höhe wächst, kann er auch aus dem Meer herausragen. Die karibischen Inseln und Japan sind so entstanden. Vergangenes Wochenende ist vor der japanischen Küste der Unterwasservulkan Fukutoku-Okanoba ausgebrochen und hat neues Land gebildet. Noch ist unklar, ob die junge Insel bestehen bleibt oder ob die Wellen sie bald wieder verschlucken.

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