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Cancel Culture:Erkenntnis entsteht im Streit

Psychologische Beratungen für Studierende/Schulabgänger

Debattenkultur an der Hochschule ist keine Einbahnstraße - Widerspruch müssen sich auch Professoren stellen.

(Foto: Martin Schutt/dpa)

Jetzt beklagt ein "Netzwerk Wissenschaftsfreiheit", man könne nicht mehr frei forschen und lehren, man müsse sich ideologischen Beschränkungen und Vorgaben unterwerfen. Wer dies behauptet, verwechselt etwas.

Kolumne von Norbert Frei

Wunderbar knapp und klar heißt es im Grundgesetz: "Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei." Der Satz macht umso größere Freude, je seltener er ausgesprochen werden muss. Dass sich die Hinweise auf Artikel 5 Absatz 3 GG seit einiger Zeit häufen, ist deshalb nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Die "Initiative Weltoffenheit", zu der sich im Dezember die Häupter von rund 30 Kultureinrichtungen zur "Verteidigung eines Klimas der Vielstimmigkeit, der kritischen Reflexion und der Anerkennung von Differenz" zusammengetan haben, führt "GG 5.3" direkt im Namen, und das Anfang Februar an die Öffentlichkeit getretene "Netzwerk Wissenschaftsfreiheit" warnt, "dass die verfassungsrechtlich verbürgte Freiheit von Forschung und Lehre zunehmend unter moralischen und politischen Vorbehalt gestellt werden soll". In anderen Manifestationen politisch-kulturellen Unbehagens war in den vergangenen Jahren von "Meinungskorridoren", gar von Zensur die Rede, und jenseits solcher Proteste stimmen regelmäßig knapp zwei Drittel der Menschen in diesem Land der Ansicht zu, man müsse heutzutage "sehr aufpassen", was man sagt.

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