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Geflüchtete:Sie wollen ja zurück

Anstatt Menschen nach Syrien abzuschieben, sollten sich Dänemark und die EU lieber dafür einsetzen, dass der Konflikt im Land politisch gelöst wird.

Von Paul-Anton Krüger

Syrien ist kein sicheres Land, und schon gar nicht jene Gebiete, die das Regime von Präsident Baschar al-Assad kontrolliert. Dort wird zwar vielerorts nicht mehr geschossen. Aber Menschen, die vor dem Krieg des Diktators gegen sein eigenes Volk nach Europa geflohen sind, kann und darf man weder aus Deutschland noch aus Dänemark dorthin abschieben. Vor allem nicht, wenn sie sich nichts haben zuschulden kommen lassen, wie Kopenhagen es jetzt plant.

Denn dafür müssten diese Menschen sicher sein vor politischer Verfolgung, vor den Geheimdiensten, die Zehntausende haben verschwinden lassen und die viele zu Tode gequält haben. Sie müssten sicher sein vor den systematischen Enteignungen, mit denen das Regime Menschen an der Rückkehr in Gebiete hindert, die unter Kontrolle der Rebellen waren, egal ob die Betroffenen sich selbst gegen das Regime gestellt haben oder nicht.

Der einzige Weg, der letztlich zu einer Rückführung von Menschen aus Syrien in ihr Heimatland führen kann, ist eine politische Beilegung des Konflikts entlang der Leitlinien des UN-Sicherheitsrats. Das blockiert Assad, aber auch Russland und Iran. Daran sollten die Staaten der EU arbeiten. Denn viele, wenn nicht die meisten Syrer, wollen nichts lieber, als in ihre Heimat zurückkehren - wenn dort ihre Sicherheit wieder garantiert ist.

© SZ/kus
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