Iran:Was bleibt, ist die Grausamkeit

Iran: Sie nennen es Wahlen: Zwei Frauen zeigen in Teheran ihre Zeigefinger mit Tintenflecken nach der Stimmabgabe bei der iranischen Parlamentswahl.

Sie nennen es Wahlen: Zwei Frauen zeigen in Teheran ihre Zeigefinger mit Tintenflecken nach der Stimmabgabe bei der iranischen Parlamentswahl.

(Foto: Majid Saeedi/Getty Images)

Die iranische Führung findet im Volk schon lange keine Mehrheit mehr - die Menschen erwarten nichts mehr von ihr. Der Parlamentswahl blieben deswegen die meisten fern. Und erdulden die Brutalität eines Staates, der nicht ihrer ist.

Kommentar von Raphael Geiger

Am Freitag, am iranischen Wahltag, schrieb auf Instagram ein Sänger von seinem Gerichtsurteil. Shervin Hajipours Song "Baraye" war damals, 2022, die Hymne der Proteste. Jetzt, anderthalb Jahre später, soll er dafür ins Gefängnis. Zu mehr als drei Jahren sei er verurteilt worden, schrieb Hajipour. Wegen "Propaganda gegen die Islamische Republik". Während das iranische Regime will, dass die Menschen wählen gehen, sperrt es die Künstler des Landes ein.

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Iran
:Sie haben keine Wahl

Vor der Parlamentswahl am Freitag will das iranische Regime nichts dem Zufall überlassen. Kandidaten aus dem Reformlager wurden ausgeschlossen, die Justiz lässt Demonstranten hinrichten. Das Einzige, was die Mullahs fürchten müssen: eine peinlich niedrige Wahlbeteiligung.

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