Die Grünen:Was für Amateure

Mutwillig hat die Bundeszentrale bewirkt, dass die Partei im Saarland nicht antreten darf.

Von Jens Schneider

Falls bei den Grünen wieder jemand nur vom politisch eigentümlichen Saarland reden will, mag er (oder sie) das tun. Helfen wird es der Parteispitze und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock nicht. Die Landesliste von der Saar ist zur Bundestagswahl nicht zugelassen, das steht nun fest. Den Grünen könnten mehr als 30 000 Stimmen fehlen, so viele gewannen sie dort vor vier Jahren. Potenziell kann das die Wahl entscheiden: Sollte es knapp werden, könnten die fehlenden Stimmen den Ausschlag über die Frage geben, wer das Land regiert. Die Grünen im Bund sollten sich fragen, wie groß ihr Beitrag zum Fiasko an der Saar war.

Klar, es geht um ein kleines Land mit merkwürdigen politischen Verhältnissen auch bei anderen Parteien, wo die Egomanen wenig Eleganz im Machtkampf zeigen. So hat diese leidige Geschichte ihren Ursprung im saarländischen Landesverband der Grünen, in dem seit Jahren drollige Zustände herrschen. Zustände, die sich von außerhalb bekanntlich schwer beeinflussen lassen.

Doch hier liegt das Problem. Das Bundesschiedsgericht der Grünen hat dennoch massiv eingegriffen. Auch seine Entscheidung hat bewirkt, dass eine nicht demokratisch legitimierte Liste entstand. Der Preis für diese Anmaßung ist hoch. Schon wieder wirken die Grünen erstaunlich unprofessionell.

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