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Zwei weitere Journalisten festgenommen:Britischer Medienskandal weitet sich aus

Es geht nicht mehr nur um die "News of the World": Zwei Journalisten der britischen Boulevardblätter "Sunday Mirror" und "Daily Star Sunday" sind in London festgenommen worden. Sie stehen im Verdacht, Beamte bestochen zu haben, um an Informationen zu gelangen.

Der Abhörskandal um die britische Boulevardzeitung News of the World des Konzerns von Rupert Murdoch weitet sich jetzt auch auf andere Medienhäuser aus. Im Rahmen der Ermittlungen sind in Großbritannien am Mittwoch zwei weitere Journalisten festgenommen worden.

Scotland Yard teilte mit, ein 37- und ein 34-Jähriger seien in ihren Wohnungen verhaftet und zur Befragung ins Polizeirevier gebracht worden. Die Männer stünden im Verdacht, einen Beamten bestochen zu haben. Wie die jeweiligen Verlage bestätigten, handelte es sich um einen Mitarbeiter der Boulevardzeitung Sunday Mirror und einen Mitarbeiter des Daily Star Sunday.

Eine Polizeisprecherin sagte zudem, es liefen Razzien in zwei Firmengebäuden in London. Laut britischen Medienberichten handelte es sich um die Räume des größten britischen Zeitungsverlags, Trinity Mirror, dem der Sunday Mirror gehört, sowie des Medienunternehmens Northern and Shell, dem der Daily Star Sunday gehört.

Die Festnahmen und Durchsuchungen erfolgten im Rahmen von Ermittlungen zur Zahlung von Bestechungsgeldern an Polizisten und andere Beamte durch Journalisten, die so an Informationen gelangen wollten. Scotland Yard ermittelt parallel zu Abhörpraktiken bei der im Sommer vergangenen Jahres eingestellten Zeitung News of the World von Medienmagnat Rupert Murdoch sowie zu Hacker-Praktiken bei britischen Zeitungen.

Im Rahmen dieser Ermittlungen wurden bislang mehr als 60 Verdächtige festgenommen, darunter insgesamt 41 Journalisten sowie die Murdoch-Vertraute Rebekah Brooks. Ende Mai wurde zudem der frühere Medienberater von Premierminister David Cameron, Andy Coulson, festgenommen.