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Werben und Verkaufen:"Keine schwachsinnige Werbung mitmachen"

Fußball-Legende Paul Breitner über seine Werbeverträge zur WM, über Fastfood bei Kindern und die Frage nach dem richtigen Outfit.

Afro-Mähne und Vollbart sind längst ab. Statt dem streitbaren Profikicker und WM-Sieger von 1974 trägt Paul Breitner, mittlerweile 58, heute ganz den seriösen Fußballberater in Hemd und Sakko zur Schau. Aber er sagt die Dinge immer noch so, wie er sie meint. Eltern zum Beispiel, die ihren Kindern Fast Food vorenthalten, findet er "völlig schwachsinnig". Ab und an Burger anstelle von Hummer oder Foie Gras dagegen gut. Das jedenfalls ließ der FC-Bayern-Scout bei der Vorstellung der WMKampagne von McDonald's in München wissen.

Paul Breitner, Foto: dpa

Paul Breitner, gefragter Partner für WM-Werbung.

(Foto: Foto: dpa)

W&V: Mal ganz ehrlich, Herr Breitner: Wie viele Firmen haben denn im Vorfeld der WM bei Ihnen angefragt?

Paul Breitner: Es waren in der Tat ein paar. Aber ich habe mich dann für die zwei großen Kampagnen mit McDonald's und VW entschieden.

W&V: Sie sind mittlerweile als Scout für Ihren ehemaligen Verein FC Bayern München unterwegs. Können Sie da überhaupt frei entscheiden, für wen Sie Werbung machen?

Breitner: Wenn es um irgendwelche kleineren Aktionen geht, brauche ich mich nicht abzustimmen. Bei größeren allerdings schon, da müssen die Verantwortlichen beim Verein Bescheid wissen. McDonald's ist immerhin offizieller WM-Sponsor, VW tritt als Presenter der Spieleübertragungen im ZDF und der ARD auf.

W&V: Früher haben Sie mit Mao-Bibel und linker Polemik von sich reden gemacht. McDonald's passt da ja nicht gerade ins Bild.

Breitner: Aber ich kann mich wirklich mit dieser Kampagne identifizieren, bin eigentlich für diese Werbung geboren. Ich reise mit meiner Familie seit 1973 nach Amerika und bin ein McDonald's-Fan der ersten Stunde.