TV-Tipps zum Wochenende:Besitzansprüche

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TV-Tipps zum Wochenende: Eine kleine Studie über kreative Impotenz: Das Ehepaar Keane (Amy Adams, Christoph Waltz) hat nicht nur künstlerische Differenzen.

Eine kleine Studie über kreative Impotenz: Das Ehepaar Keane (Amy Adams, Christoph Waltz) hat nicht nur künstlerische Differenzen.

(Foto: The Weinstein Company/Arte)

In den besten Filmen des Wochenendes wären die Männer verloren ohne die Frauen. Einsehen wollen sie das aber nicht.

Von Fritz Göttler

Big Eyes

Künstlerdrama, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr

Eine kleine Studie, über kreative Impotenz, 2014, von Tim Burton. Walter Keane hat eine Frau, die tolle Bilder malt, mit großen Augen, er verkauft sie als die seinen und kassiert den Ruhm dafür, eine besonders fiese Form von Besitzanspruch. Das Ehepaar spielen Amy Adams und Christoph Waltz (der im neuen Bond als Blofeld wieder dabei ist). Am Ende geht es vor Gericht, beide müssen vor dem Richter ein Bild malen, Genie und Schaffenskraft zur Schau stellen wie in einer TV-Mitmach-Show. Kunst und Liebe wird auch verhandelt in Ernst Lubitschs Serenade zu dritt, 1933 (RBB, Nacht zu Sonntag, 1.35 Uhr). Gary Cooper als Maler, Fredric March als Autor, beide verliebt in Miriam Hopkins. Sie schließen ein Gentlemen's Agreement, kein Sex, mit Hopkins als "Mutter der Künste" - die weiß, dass sie kein Gentleman ist.

Verblendung

Thriller, Pro Sieben, Samstag, 20.15 Uhr

Man hat's nicht leicht als James Bond, zwischen Stunts und Frauen lauert stets der Frust, schauspielerisch nicht wirklich gefordert zu sein. Sean Connery, der erste Bond, hatte das bald verspürt, nun auch Daniel Craig, der bislang letzte. Also spielte er 2011 Mikael Blomkvist, den investigativen Journalisten in Stieg Larssons Millennium-Romanen, in der amerikanischen Verfilmung von David Fincher (die im Original The Girl with the Dragon Tattoo heißt). Ein müder Verbrechensbekämpfer, verknittert, melancholisch, erfolglos. Das Blomkvist-Girl ist die punkige Lisbeth Salander, gespielt von Rooney Mara. Zum Start des neuen Craig-Bond bietet RTL am Sonntag ein paar frühere Bonds. Den ungeliebtesten, dennoch aufregenden steckte man in die Nacht auf Sonntag, 3.20 Uhr: Im Geheimdienst Ihrer Majestät mit George Lazenby als Bond, der Emma Peel (Diana Rigg) ehelicht.

Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest

Polizeifilm, Nacht zu Sonntag, 0.25 Uhr

Der Regisseur Antoine Fuqua ist Hollywoods Spezialist für Cops zwischen Korruption und Resignation. Drei Superstars im Polizeidienst auf den Straßen von Brooklyn, Richard Gere, Ethan Hawke und Don Cheadle, sie mühen sich ab mit Recht und Ordnung und mit einem Leben immer am Rande der Armseligkeit. Einen der schwarzen Drogengangster spielt Michael K. Williams, in Brooklyn geboren und dann einer der Stars der TV-Serie The Wire - er starb im September, an einer Überdosis. Er ist auch zu sehen in Assassin's Creed von Justin Kurzel (Pro Sieben, Samstag, 23.30 Uhr), einem düster-verwegenen Zeit- und Bewusstseinstrip in die spanische Inquisition, nach dem erfolgreichen Computerspiel. Mit Michael Fassbender und Marion Cotillard, die in Kurzels vorherigem Film das mörderische Ehepaar Macbeth verkörperten.

Belle de jour - Schöne des Tages

Ehedrama, Tele 5, Sonntag, 23 Uhr

Catherine Deneuve als Séverine, in diesem Film von Luis Buñuel, ihr Mann ist ein gut situierter Arzt. Aus der schrecklichen Normalität dieser Ehe flüchtet Deneuve in masochistische Fantasien. Und dann, indem sie als Prostituierte jobbt, nur nachmittags, die "Schöne des Tages". Da muss sie erleben, dass auch die Männer der anderen Klassen, natürlich auch die Kriminellen, das gleiche Besitzrecht an den Frauen für sich beanspruchen wie das Bürgertum. Ebenfalls mit Catherine Deneuve: Die schönen Wilden, 1975, von Jean-Paul Rappeneau (Arte, Sonntag, 9.35 Uhr). Mit Yves Montand als einem naiven Robinson, der auf seiner Insel Düfte kreiert für seine Frau (die aparte Dana Wynter). Eine archaische, jugendliche, emanzipatorische Action-Liebes-Komödie, viel geht zu Bruch, ein Toulouse-Lautrec geht baden.

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