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TV-Kritik zu "1000 - Wer ist die Nummer 1":Tschüss, Kandidaten!

Auch weil es sonst kein Publikum im Studio gegeben hätte, muss die Zahl der Teilnehmer mit jeder Runde möglichst schnell reduziert werden. Deshalb müssen die Kandidaten unter anderem den Refraintext von Helene Fischers "Atemlos" richtig zusammensetzen. In der dritten Runde fragt Kerner die Teilnehmer, wie viele Arme die Monsterkrake in einer Tanzperformance hatte - schon sind nur noch 100 dabei.

Ein Vorteil sind die vielen Kandidaten nur für Johannes B. Kerner und Co-Moderatorin Kate Abdo: Sie können zu jedem Spiel die passenden kuriosen Teilnehmer vorstellen. Unter anderem kämpfen der Weltmeister im Dauerfernsehen (87 Stunden am Stück) und ein männliches Helene-Fischer-Double um den Sieg. Als die Kandidaten in der vierten Runde möglichst lange auf einem Sockel balancieren, erzählt der Moderator, dass gerade die Kandidatin mit der kleinsten Schuhgröße (35) und ein Mann, der den Kilimandscharo bestiegen hat, ihr Glück versuchen.

Mit dem Sektglas zum Sieg

Einzig die Finalisten Andreas Baamann und Manfred Grühn bekommen mehr Sendezeit, dürfen eine Persönlichkeit entwickeln. Der Zuschauer erfährt, dass Baamann als Lehramtsreferendar arbeitet, in seiner Freizeit als "DJ für elektronische Musik" unterwegs ist, und mit dem Gewinn sein Auto abbezahlen und den Rest anlegen würde. "Klingt ein bisschen langweilig, aber sehr vernünftig", flötet Moderatorin Abdo. Sein Kontrahent Grühn ist Inhaber eines Rollstuhlverleihs und erzählt, dass er einen Teil des Gewinns für das kostenlose Verleihen von Rollstühlen nutzen würde. Kerner ist begeistert: "Wow, stark."

In der letzten Runde müssen die beiden Finalisten Sektgläser stapeln - in den frühen Morgenstunden. Sie wirken schlaff. "Das kann noch relativ lange gehen", sagt Kerner. Mitten im Spiel dreht sich der spätere Sieger Grühn zu den Moderatoren und fragte mit hängenden Mundwinkeln: "Wie kann man denn das Spiel gewinnen?"

© SZ.de/afis
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