"Tatort" aus Saarbrücken:Es ist einfach nie genug Zeit zum Essen

Lesezeit: 2 min

"Tatort" aus Saarbrücken: Die Hauptkommissarinnen und Hauptkommissare beim Abendessen, das dann bald zu Ende ist: von links Pia Heinrich (Ines Marie Westernströer), Leo Hölzer (Vladimir Burlakov), Adam Schürk ( Daniel Sträßer), Esther Baumann (Brigitte Urhausen).

Die Hauptkommissarinnen und Hauptkommissare beim Abendessen, das dann bald zu Ende ist: von links Pia Heinrich (Ines Marie Westernströer), Leo Hölzer (Vladimir Burlakov), Adam Schürk ( Daniel Sträßer), Esther Baumann (Brigitte Urhausen).

(Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

Da hilft kein Glückskeks: In der Saarbrücker Episode "Das Herz der Schlange" kommt es zum Showdown zwischen Kommissar Schürk und seinem Vater.

Von Claudia Fromme

Bei der Mordkommission kann man ja eigentlich nie aufessen, irgendeiner stirbt immer. So klingelt auch in Saarbrücken im Chinarestaurant ein Diensthandy, aber diesmal sind die Ermittler schon bei den Glückskeksen angelangt. "In einer friedlichen Familie kommt das Glück von selbst", liest einer vor. "Die Einzigen, die nie auf die Nase fallen, versuchen nie etwas", ein anderer. In "Das Herz der Schlange" geht es also um eine Familiengeschichte und um mindestens einen, der auf die Schnauze fallen wird.

Wer die ersten zwei Folgen des neuen Saarbrücker Teams gesehen hat, weiß, dass Schürk (Daniel Sträßer) seinen tyrannischen Vater hasst, und während die Ermittler noch Kekstexte verlesen, schickt der Vater eine SMS, es ist etwas mit Mutter. Schürk rückt aus in Richtung Familie, die anderen zu einer Toten in ihrer Villa, neben der ein halbtoter Einbrecher liegt, der später ganz tot sein wird.

Ein klassischer Kriminalfall, aber darum geht es in dem Film (Buch: Hendrik Hölzemann, Regie: Luzie Loose) nur nebenbei. Während ansonsten Zeitebenen und Orte hektisch wechseln, findet in der Wohnung von Schürk senior ein großartiges Kammerspiel statt. Der Kommissar und sein Vater (Torsten Michaelis) belauern sich wie die Schlange und der Frosch im Terrarium neben ihnen. Beide hochgiftig. Am Ende ist Schürk junior in U-Haft.

Hölzer will Schürk raushauen, Buddy-Geschichten sind ja beliebt im "Tatort"

Reiche, Knackis, Tiere. Und ein König, wie so oft, wenn es um Macht geht. Hölzer (Vladimir Burlakov) will Schürk raushauen, ermittelt weiter, obwohl sein Team von dem Fall abgezogen wird. Nicht gut finden das Heinrich (Ines Marie Westernströer) und Baumann (Brigitte Urhausen), aber das ist egal, sie dürfen nur müde sein und hektisch essen. Ein klares Profil können sie wieder nicht entwickeln, das Buddy-Ding zwischen Hölzer und Schürk ist wichtiger.

Manches wirkt so, als hätte man noch einen schnellen Kniff gebraucht, weil die 90 Minuten bald voll sind. Etwa, als Hölzer in einer Rumpelbude in kürzester Zeit einen wichtigen USB-Stick findet, der sogar sauber etikettiert ist. Teile des Films spielen im Knast, da geht es rau zu. Die ortszuständige Saarbrücker Ausgabe von Bild gibt aber Entwarnung: "Manche Szenen sind brutal, aber noch so, dass Chips, Cola und Bier schmecken." Wenn man beim Krimi noch ans Essen denkt, kann es sein, dass er nicht durchgängig fesselt.

Das Erste, Sonntag, 20.15 Uhr.

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