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Simpsons:Apu verstummt

Seit 30 Jahren gibt es die Simpsons nun und damit auch die Figur des Ladenbesitzers Apu Nahasapeemapetlion.

(Foto: AP)

Seit Jahren argumentieren Kritiker, die Figur des indischstämmigen Ladenbesitzers bediene rassistische Vorurteile, vor allem durch seinen Akzent. Nun tritt Hank Azaria, der englischsprachige Sprecher Apus, zurück.

Der US-amerikanische Schauspieler Hank Azaria hat angekündigt, nicht mehr die Rolle des Ladenbesitzers Apu Nahasapeemapetilon in der TV-Serie Die Simpsons einsprechen zu wollen. Vorausgegangen war eine jahrelange Diskussion, ob die Figur des indischen Einwanderers rassistisch dargestellt werde.

Azaria sagte gegenüber der amerikanischen Website Slashfilm: "Alles, was wir derzeit wissen, ist, dass ich die Stimme nicht mehr sprechen werde, solange es keine Möglichkeit gibt, sie in irgendeiner Weise zu verändern." Er habe die Entscheidung gemeinsam mit den Serien-Machern getroffen. "Wir alle denken, dass das der richtige Schritt ist und wir fühlen uns gut damit." Was nun mit dem Charakter geschehe, ob er umgeschrieben werde oder ganz aus der Serie verschwinde, sei noch nicht klar. Azaria spricht noch weitere Figuren bei den Simpsons, etwa Moe Szyslak, Chief Clancy Wiggum oder den "Comicbuch-Verkäufer".

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Der amerikanische Schauspieler und Synchronsprecher Hank Azaria

(Foto: AFP)

Die Figur des "Kwik-E-Mart"-Besitzers Apu Nahasapeemapetilon gehört seit dem Start der Serie zum Simpsons-Personal. Azaria, der selbst weiß ist, versah sie stets mit einem stark überspitzten indischen Akzent, den einige als rassistisch empfanden.

Die Diskussion flammte 2017 erneut auf, als der Komiker Hari Kondabolu seinen Dokumentarfilm "Das Problem mit Apu" veröffentlichte. Darin lässt er unter anderem indischstämmige Amerikaner erzählen, welche Diskriminierungserfahrungen sie mit dem Charakter verbinden. Kondabolu, der trotz seiner Kritik ein erklärter Simpsons-Fan ist, twitterte am Freitag, nachdem Azarias Entscheidung bekannt geworden war, dass er hoffe, dass Apu in veränderter Form der Serie erhalten bleibe: "Lasst ein paar sehr talentierte Drehbuchautoren etwas Interessantes mit ihm machen", schrieb er und fügte hinzu: "Wenn schon nicht, um die Show zu verbessern, dann wenigstens, um mir ein paar Todesdrohungen zu ersparen."

© SZ.de/luch /jsa/jab
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