Die besten Serien im August:Wellness und Wahnsinn

Die besten Serien im August: Tipps im August (v. o. l. im Uhrzeigersinn): "Die Professorin" (Netflix), "Nine Perfect Strangers" (Amazon), "Cruel Summer" (Amazon), "Mr Corman" (Apple TV+) und "Hit and Run" (Netflix).

Tipps im August (v. o. l. im Uhrzeigersinn): "Die Professorin" (Netflix), "Nine Perfect Strangers" (Amazon), "Cruel Summer" (Amazon), "Mr Corman" (Apple TV+) und "Hit and Run" (Netflix).

(Foto: Amazon (2); Netflix (2); Apple TV+)

Ein Guru, ein Hitlergruß und Nacktbilder: Die besten Serien im August.

Von SZ-Autoren

Nine Perfect Strangers

Was passiert: Nicole Kidman leitet als berüchtigte Guru-Heilerin Masha ein Wellness-Resort. Zwischen Smoothies und Microdosing entblättern wohlstandsgeplagte Großstädter ihre Seelen. Könnte sein, dass das eine Persiflage auf Gwyneth Paltrows absurdes Feel-Good-Imperium Goop ist - vor allem aber ein ziemlich packendes Psycho-Drama mit der genau richtigen Dosis Seifenoper.

Heimlicher Star: Das in abgeschiedene Natur gepflanzte Luxus-Resort Tranquillum House, inklusive Wasserfall und Whirlpools.

Nicht geeignet für: Menschen, für die schon Yoga zu spirituell ist. Aurelie von Blazekovic.

Bei Amazon Prime, acht Folgen.

The White Lotus

Was passiert: Reiche Feriengäste beziehen ihre Suiten in der Hotelanlage The White Lotus auf Hawaii. Das junge Ehepaar auf Flitterwochen, die Familie einer Digitalkonzernchefin und die Erbin, die die Asche ihrer Mutter ins Meer streuen will, verheddern sich in ein Geflecht aus Anspruchshaltungen, Unsicherheiten und Neurosen, das sie in einen Mahlstrom der Peinlichkeiten und ein Sperrfeuer der Plot Twists zieht.

Heimlicher Star: Jennifer Coolidge, die den Alkoholismus, die manipulative Verwundbarkeit und die Nervenzusammenbrüche der Erbin Tanya McQuoid mit der Virtuosität einer emotionalen Abrissbirne inszeniert.

Nicht geeignet für:. Alle, denen peinliche Gesprächspausen und passiv-aggressive Kommunikationsstörungen ein Gräuel sind. Andrian Kreye

Bei Sky Ticket , Magenta TV, Amazon Video, Google Play und iTunes, sechs Folgen.

Die Professorin

Was passiert: Kim (Sandra Oh) wird als erste Frau und erste Nicht-Weiße auf den Lehrstuhl für Englische Literatur an der fiktiven Pembroke University berufen: Eine vergiftete Ehrung, wie sich herausstellt, Kim kämpft mit Kürzungen, Sexismus und schrumpfenden Studentenzahlen. Dann zeigt ihr Kollege und Campus-Flirt Bill auch noch im Seminar den Hitlergruß. Cancel Culture, Machtmissbrauch und die Frage nach der eigenen Relevanz, getarnt als romantische Komödie.

Heimlicher Star: David Duchovny, der einen Gastauftritt hat und sich selbst spielt - als gescheiterten Literaturwissenschaftler.

Nicht geeignet für: Alle, die nie wieder an die Uni wollen. Die Serie zelebriert den Campus-Style. Nicolas Freund

Bei Netflix, sechs Folgen.

Nudes - Nackt im Netz

Was passiert: Drei Jugendliche müssen erfahren, was passieren kann, wenn Nacktbilder ungewollt im Internet landen. Sofia, 16, wird beim Sex auf einer Hausparty gefilmt, am Montag kennt das Video die ganze Schule. Viktor, 18, bekommt eine Anzeige, weil er intime Aufnahmen einer Minderjährigen gepostet haben soll. Ada, 14, schummelt sich auf einer Dating-App älter und wird erpresst.

Heimlicher Star: Die Produzentenschwestern Nina M. und Liv Barbosa Blad, die mit der norwegischen Serie Opfern Mut machen.

Nicht geeignet für: Exhibitionisten. Dennis Müller

ARD-Mediathek, zehn Folgen.

Die Schläfer

Was passiert: Als 1989 der Eiserne Vorhang fällt, kehren die nach London geflohene Geigerin Marie und der Regierungskritiker Viktor zurück in ihre Heimatstadt Prag. Doch kurz nach der Ankunft in der tschechischen Hauptstadt wird das Paar in einen schweren Autounfall verwickelt. Als Marie nach mehreren Tagen aus dem Koma erwacht, ist Viktor verschwunden.

Heimlicher Star: Der Retro-Filter.

Nicht geeignet für: Leute, die beim Geschichtsunterricht regelmäßig abwesend waren. Helena Zacher

In der Arte-Mediathek, sechs Folgen.

Am Anschlag - Die Macht der Kränkung

Was passiert: In einem Wiener Einkaufszentrum fallen Schüsse, Menschen sterben. Wer das Attentat begangen hat, ist unklar. Im Rückblick gilt es, das herauszufinden: Wer wird so sehr gekränkt, dass er zu einem solchen Blutbad fähig wäre? Der Wachmann Georg, dem ein Gewaltproblem nachgesagt wird? Sein noch viel hitzköpfigerer Kollege Mario?

Heimlicher Star: Lea Zoë Voss als Friseurin Saschi, die sich nicht in die Rolle als Spielball um sie zankender Männer zwängen lässt.

Nicht geeignet für: Wissbegierige, die Grundsätzliches über Attentate lernen wollen. Dennis Müller

In der ZDF-Mediathek, sechs Folgen.

Kein Lebenszeichen

Was passiert: Nachdem seine mysteriöse Freundin Judith verschwunden ist, landet Sozialarbeiter Guillaume in einem Netz aus Geheimnissen und Intrigen. Und erfährt dunkle Wahrheiten über die eigene Familie.

Heimlicher Star: Die düsteren Banlieues Südfrankreichs.

Nicht geeignet für: Alle, die keine Überraschungen mögen. Helena Zacher

Bei Netflix, fünf Folgen.

Hit and Run

Was passiert: Segevs amerikanische Frau stirbt bei einem Unfall . Als auch auf den israelischen Ex-Soldaten selbst ein Anschlag verübt wird, ist er sich sicher: kein Zufall. Segev, gespielt von Serienerfinder Lior Raz, folgt der Spur der Täter bis nach New York. Grundfrage des Thrillers: Wie funktioniert Vertrauen zwischen Nationen, Freunden, Ehepartnern.

Heimlicher Star: New York von seiner dreckigen Seite.

Nicht geeignet für: Zuschauer, die ein Problem mit Gewaltdarstellungen haben. Nicolas Freund

Bei Netflix, neun Folgen.

Cruel Summer

Was passiert: Die unscheinbare 15-jährige Jeanette Turner übernimmt das Leben der an ihrer Schule beliebten, aber verschwundenen Kate Wallis. Nur ein Jahr später ist sie Anschuldigungen und Intrigen ausgesetzt. Komplex und spannend erzählt.

Heimlicher Star: Vincent Fuller, Fels in der Brandung.

Nicht geeignet für: Cheerleaderinnen. Sarah Zapf

Bei Amazon Prime, zehn Folgen.

Brand New Cherry Flavor

Was passiert: Filmemacherin Lisa Nova möchte Anfang der Neunziger in Hollywood ihren ersten großen Film drehen. Stattdessen wird sie von dem schmierigen Produzenten Burke sexuell belästigt und um ihr Drehbuch gebracht. Also verflucht sie Burke. Die durchgestylte Horror-Serie ist ein visueller Trip und eine Abrechnung mit übergriffigen Filmemachern.

Heimlicher Star: Die durchgeknallten Details wie plüschverkleidete Autos, goldene Porsches, Indoor-Urwälder, Lackmäntel.

Nicht geeignet für: Alle, denen schnell schlecht wird wegen Typen wie Burke, #triggerwarnung. Nicolas Freund

Bei Netflix, acht Folgen.

Mr. Corman

Was passiert: Der Lehrer Josh ist eine fiktionalisierte Version des Schauspielers Joseph Gordon-Levitt, der hier seine persönlichen Lebensmitte-Fragen als Creator, Co-Autor, Hauptdarsteller, ausführender Produzent und Regisseur der meisten Folgen überhöht.Chaotisch wie das Leben, das sich der Dramaturgie eines Drehbuchs oder den Regeln eines Genres auch nicht fügt, wechselt die Serie Stimmung und Farbe, ist mal Drama, mal Komödie, mal verspieltes Märchen.

Heimlicher Star: Die Blüten der Fantasie, die auf dem Humus der alleralltäglichsten Wirklichkeit erblühen.

Nicht geeignet für: Menschen, die keine Lust haben, sich dazu anstiften zu lassen, den Sinn des eigenen Lebens zu überdenken. Anke Sterneborg

Bei Apple TV+, zehn Folgen.

Kevin Can F**k Himself

Was passiert: Annie Murphy spielt Allison in zwei Welten, Stilen und Ausführungen. Einerseits ist sie die klassische Sitcom-Frau, die kocht, wäscht, putzt und ihrem Mann Kevin auch sonst alles hinterherträgt. Andererseits ist sie eine mittelalte Frau, die mehr aus ihrem Leben machen und deshalb daraus ausbrechen will. Damit ihr das gelingt, so ihr Plan, muss Kevin sterben. Die Vorbereitung des perfekten Mordes treibt sie durch die kriminelle Unterwelt der nördlichen US-Ostküste.

Heimlicher Star: Die Wohnzimmertapeten im Haus von Kevin und Allison. In der grellen Sitcom-Welt versprühen sie leicht vergilbten Siebziger-Charme, unter natürlichem Licht kann man erkennen, dass sie bald grünlich von der Wand bröckeln.

Nicht geeignet für: Männer, die damals, als Al Bundy in Eine schrecklich nette Familie seine Anti-Feminismus-Organisation "No Ma'am" gegründet hat, am liebsten selbst beigetreten wären. Dennis Müller

Bei Amazon Prime Video, acht Folgen.

© SZ/cag/freu
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