Pierre Krause bei der ARD:Making-Of mit Friedrich Küppersbusch

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Er weiß um die Verhältnisse, wenn er seinen Sender charakterisiert. "Das SWR Fernsehen ist nicht für unvergleichlichen Mut bekannt", diagnostiziert er und setzt ganz kurz sein typisches breites Krause-Grinsen auf.

Still zu sein, fällt ihm schwer. Das fällt auf, wenn man ihn persönlich erlebt. Krause ist kein Typ für Pausen. Ihm fehlt die Ruhe oder auch der Mut, eine Situation einfach mal wirken zu lassen. Er muss alles zuquatschen. Als habe er Angst vor der Leere hinter seinem Tun.

Man kann nur mutmaßen, dass Krause auch deshalb nicht mehr zum Team von Harald Schmidt zählt. Im Gegensatz zu seinem ehemaligen Kollegen Jan Böhmermann, der Schweigen als gezieltes Stilmittel einsetzt, um die Absurdität bestimmter Szenen zu verdeutlichen.

Fragt man Krause nach Schmidt, sagt er, man stehe immer noch in regem Kontakt und tausche regelmäßig SMS aus. Krause sagt das so, wie er vieles sagt. Und man weiß nicht: War das nun Wahrheit oder Wahnsinn? In Schmidts offizieller Mitarbeiter-Liste wird er auf jeden Fall nicht mehr geführt.

Dafür darf er sich nun vom kommenden Dienstag an in der digitalen Nische einrichten, mit zehn neuen EgumL-Folgen. Die sind, nimmt man die erste Staffel und die erste Folge der zweiten als Maßstab, durchweg sehenswert. Es ist ein Produkt, das die öffentlich-rechtliche Ernsthaftigkeit mit der gelebten Anarchie eines nie müden TV-Clowns kombiniert und durchaus Erkenntnisse liefert.

Man kann hier ernsthaft etwas erfahren: über Schönheit und Benimm, über Fernsehen und Esoterik. Mal trifft man auf seriöse Evolutionsbiologen, mal auf den Friseur Udo Walz, mal auf den Hobbythek-Zottel Jean Pütz, mal auf Friedrich Küppersbusch.

Letzterer, selbst ein ehemaliger TV-Talker (Zak), ist mit seiner Firma Probono Produzent von Krauses kleiner Reihe und als solcher an diesem Sonntag schon mal in einem 15-minütigen Making-Of zu sehen. Da spricht der eigentlich fernsehscheu gewordene Küppersbusch nach langem wieder in eine Kamera und sagt, dass die neue Reihe schön geworden sei. Viel mehr nicht.

Der Auftritt macht deutlich, dass diese Bühne, mag sie noch so klein sein, nur einem gehören soll: Pierre M. Krause. Der hat die Hoffnung auf die ganz große Karriere offenbar schon ad acta gelegt und sich auf viele weitere Jahre im öffentlich-rechtlichen Abseits eingerichtet: "Im SWR Fernsehen bin ich auch noch in 20 Jahren jung." Da hat er leider recht.

SWR3 Latenight, SWR, Nacht auf Samstag 0.00 Uhr;

Es geht um mein Leben: Making Of, SWR, Sonntag, 9. Januar, 23.45 Uhr;

Es geht um mein Leben, Einsplus, Dienstag, 11. Januar, 21.45 Uhr.

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