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Online-Portal "Stayalive":Helmut Markwort macht sich unsterblich

"Stayalive", ein Internet-Portal für die Ewigkeit, ist gestartet. Warum "Focus"-Gründer Helmut Markwort da mitmacht, bleibt auch nach einer Pressekonferenz unklar.

Ein eigenes Grab hat er sich nach eigenem Bekunden noch nicht ausgesucht. "Ich komme vor lauter Leben nicht dazu", meint Helmut Markwort. Und dieses Leben, das ihn so sehr beschäftigt, beinhaltet für den scheidenden Focus-Chefredakteur nun auch die ganz große Zukunftsidee. Und das ist die Gründung eines Ewigkeitsportals.

Jedermann in Frankfurt

Markwort als Tod

Stayalive heißt die Internet-Homepage, mit der Markwort und weitere fünf Partner mit jeweils gleichen Anteilen Geld verdienen wollen. Den Namen "Vergissmeinnicht" hätte Markwort eigentlich passender gefunden, aber das Projekt soll ja international erfolgreich werden, erklärt der Online-Newcomer - und da wäre der komplizierte Blümchenname aus der Boomzeit des Peter Frankenfeld doch ein wenig sperrig.

Das Konzept des "Faceobook für Tote", wie Geschäftsführer Matthias Krage sein neues Portal nennt, ist ganz einfach: Man kann Botschaften, Küchenrezepte, Lieblingsmusiken, Fotos und andere wichtige Dinge der Nachwelt überlassen.

Dabei entscheidet der Nutzer selbst, wer die eigene "Gedenkstätte", so der Stayalive-Jargon für einen Account, einsehen kann und wann: vor oder nach dem eigenen Tod. Der wiederum kann ebenfalls von ausgewählten Personen gemeldet werden. Und damit auch alles mit rechten Dingen zugeht, erklärt Krage auf der Pressekonferenz in München, schicke man noch eine SMS an den vermeintlich Toten. Erst wenn sich dieser nicht meldet, wird er tatsächlich als verstorben registiert.

Das alles klingt ein wenig seltsam. Zudem ist es noch nicht einmal günstig. Denn die Seite finanziert sich nicht über Werbung, sondern über eine durchaus satte Gebühr. Für 499 Euro kann man unbeschränkt seine Daten speichern, wenn die posthume Selbstbeweihräucherung nur ein paar Jahre dauern soll, ist es für den Interessenten wesentlich günstiger.

Doch in der Rubrik "Rechtliches" des Start-up-Unternehmens findet man auch den Hinweis, was passiert, sollte das Portal mangels Erfolg schon bald wieder geschlossen werden. Dann nämlich ist das Geld einfach weg.

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