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SZ-Serie "Wunschfunk":"Qualität statt der dümmlichen Freitagsfilme"

Was sich das Publikum vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk wünscht. Unter anderem mit dabei: Liedermacher Reinhard Mey, eine Lehrerin und ein Landwirt.

Was soll öffentlich-rechtlicher Rundfunk bieten? Was darf er kosten? Antworten darauf suchen gerade die Ministerpräsidenten. Die SZ fragt Zuschauer und Hörer in einem täglich erscheinenden Fragebogen nach ihrer Meinung. Hier finden Sie die ersten acht Folgen gesammelt.

An was denken Sie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk zuerst?

An eine unabhängige Berichterstattung über gesellschaftliche sowie politische Ereignisse im In- und Ausland, an Dokus über bedeutende historische und kulturelle Vorkommnisse der Vergangenheit.

Katharina Burger ist Realschullehrerin in den Fächern Deutsch und Kunst. Sie ist 27 Jahre alt und lebt in München.

(Foto: privat)

Wann und wie viel schauen Sie fern?

Jeden zweiten Tag etwa ein bis zwei Stunden, eher abends.

Welche Sendung sehen oder hören Sie gerne?

Die Tagesschau, Anne Will und Titel Thesen Temperamente.

Bei welcher Sendung schalten Sie ab?

Beim Sportstudio des ZDF.

Glauben Sie, die Sender sollten mehr Freiheit darüber bekommen, welches Programm sie machen?

Ich denke, dass eine unabhängige Berichterstattung, unbeeinflusst von Staat, Politik und Wirtschaftskonzernen, weiterhin ein wichtiger Pfeiler für die Meinungsbildung jedes Einzelnen ist. Innerhalb dieses Rahmens sollte jedoch frei und kreativ recherchiert und produziert werden können, damit die Sender mit der Konkurrenz vieler privater Streamingdienste und Online-Zeitungen mithalten können.

Wenn Sie Intendantin oder Intendant wären, was würden Sie sofort ändern? Und was würden Sie langfristig umgestalten?

Langfristig würde ich versuchen, das Image des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weg von einem behäbigen Apparat zu einer Gruppe moderner, attraktiver Sender zu verändern. Es wäre wünschenswert, dass die Programmauswahl auch Nischenthemen bedient, die ein junges Publikum ansprechen.

Wenn es Ihnen selbst überlassen wäre, wie viel würden Sie pro Monat für das Programm zahlen, das die Öffentlich-Rechtlichen liefern?

Zwischen acht und zehn Euro.

"Ein Werbeverbot für Alkohol muss her", sagt Schriftsteller Simon Borowiak

An was denken Sie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk zuerst?

Aus frühen Autorenzeiten erinnere ich mich vor allem an ein System der correctness- und proporzbedingten Beschränktheit und Spaßbremserei. Einem Kollegen wurde ein komisches Drehbuch wie folgt abgelehnt. Redakteur: "Also, wir haben sehr gelacht! Aber dann haben wir uns gefragt: 'Ist das wirklich lustig?'"

Simon Borowiak ist Schriftsteller und war von 1986 bis 1992 als Redakteur der Satirezeitschrift Titanic bekannt. Er ist Autor von "ALK - Fast ein medizinisches Sachbuch". Der 54-Jährige lebt in Hamburg.

(Foto: David Elmer)

Wann und wie viel schauen Sie fern?

In psychisch brisanten Phasen arbeitet mein TV im Hintergrund durch, bis dass ich mich von einer zum 20. Mal wiederholten Doku in den Schlaf schwafeln lasse ( D as geheime Leben der Bisamratte, Eva Braun privat, Die Assyrer privat).

Bei welcher Sendung schalten Sie ab?

Bei allem mit Werbeunterbrechungen, Hobbyschauspielern ohne Mimik, Hobbysprechern mit Logopädiebedarf und Hobbyexperten ohne Ahnung.

Glauben Sie, die Sender sollten mehr Freiheit darüber bekommen, welche Programme sie machen?

Es ist doch die Frage, wer diese Freiheit bekommt. Pech gehabt, wenn es ein Intendant oder Redakteur ist, der solche Sätze sagt wie: "Das Buch an sich ist klasse, aber ich muss damit auch meine Schwiegermutter abholen können!

Wenn Sie Intendant wären, was würden Sie sofort ändern? Und was würden Sie langfristig umgestalten?

Ein Werbeverbot für Alkohol muss her. Längst fällig, bei etwa zehn Millionen Mitbürgern zwischen problematischem Konsum und Leberzirrhose/Hirnphimose. Und ein Verbot "musikalischer" "Untermalung" von Dokumentationen! Wenn ich Müll hören will, nehm ich doch gleich den Aufzug! Oder den Fernsehgarten! Oder ...

"Gezielter Schwerpunkte setzen", fordert Landwirt Tobias Löw

An was denken Sie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk zuerst?

Als Erstes denke ich hier an die Rundfunkgebühren, die auch erhoben werden, wenn man die öffentlich-rechtlichen Sender nicht nutzt. Und, das ist das Gute: Ich denke auch an wenig Werbung. Die Werbeunterbrechungen sind bei den privaten Fernseh- und Radioprogrammen schon sehr nervig. Und insgesamt denke ich an ein Programm, das sich schon vor allem an ältere Leute richtet, da laufen viele sachbezogene Themen, viele Dokumentationen und auch immer wieder Regionalthemen.

Tobias Löw arbeitet als Landwirt im Familienbetrieb in Kirchensur im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Er ist 23 Jahre alt.

(Foto: Privat)

Wann und wie viel schauen Sie fern?

Sehr wenig. Etwa zwei Mal in der Woche höchstens anderthalb Stunden am Stück - und jeden Tag die Nachrichten in der ARD. Das liegt daran, dass ich meine Zeit lieber im Internet verbringe.

Welche Sendungen sehen / hören Sie gerne?

Bis auf wenige Ausnahmen schaue ich mir eigentlich jede Sendung unvoreingenommen an, wenn ich Lust auf Fernsehen und am Anfang das Gefühl habe, der Inhalt spricht mich an. Am liebsten mag ich Dokusoaps zur Unterhaltung und Beiträge mit Regionalbezug. Wenn es ums Radiohören geht, bevorzuge ich die Sender, bei denen Musik nach meinem Geschmack läuft. Aus dem öffentlich-rechtlichen Programm ist das Bayern 3 - und von den privaten Sendern sind das Antenne Bayern und Welle 1 aus Österreich.

Bei welcher Sendung schalten Sie ab?

Bei Sendungen rund um die Volksmusik wie dem Musikantenstadl. Sofort. Das ist doch nichts für Leute in meinem Alter.

Glauben Sie, die Sender sollten mehr Freiheit darüber bekommen, welche Programme sie machen?

Auf jeden Fall. Ich glaube, dann könnten sie gezielter Schwerpunkte setzen und sich auf bestimmte, wichtige Themen konzentrieren.

Wenn Sie Intendant wären, was würden Sie sofort ändern? Und was würden Sie langfristig umgestalten?

Ich würde frischen Wind in die Sender bringen, wie er bei den privaten Sendern eher weht. Ich würde mehr Sendungen zeigen, die junge Leute ansprechen. Und - das ist jetzt ein Wunsch von Berufs wegen - ich würde anordnen, dass man sich in der schwierigen Zeit thematisch mehr der Landwirtschaft widmet. Ich sehe es als große Gefahr für meinen Beruf, in dem es gerade echt ans Eingemachte geht, wenn viele Leute nicht mehr wissen, wo die Lebensmittel herkommen.

Wenn es Ihnen selbst überlassen wäre, wie viel würden Sie pro Monat für das Programm zahlen, das die Öffentlich-Rechtlichen liefern?

Zehn Euro im Monat - wenn alles abgedeckt wäre, das ich genannt habe.

"Freiheit ist immer gut", sagt Liedermacher Reinhard Mey

Woran denken Sie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk zuerst?

Daran, dass er in jahrzehntelanger Routine und immer garantiertem Wohlstand festgefahren und versteinert ist. Anspruchslos, ohne Ideen, langweilig.

Wann und wie viel schauen Sie fern?

Täglich zwei bis drei Stunden, 19.30 Uhr Berliner Abendschau, 20 Uhr Tagesschau, dann bin ich auf der Suche nach guten Fernsehfilmen oder Dokumentationen, vorwiegend auf Arte, 3sat oder den Dritten.

Welche Sendung sehen oder hören Sie?

Serien wie Inspector Barnaby und Bad Banks oder das Magazin Leschs Kosmos.

Bei welcher Sendung schalten Sie ab?

Folgende schalte ich grundsätzlich gar nicht erst ein: Herzkino, Sport, Talkshows, Quiz- und Ratesendungen, Karneval. Auch beim Tatort lässt inzwischen das Interesse rasant nach.

Glauben Sie, die Sender sollten mehr Freiheit darüber bekommen, welches Programm sie machen?

Freiheit ist immer gut.

Wenn Sie Intendant wären, was würden Sie sofort ändern? Und was langfristig umgestalten?

Fußball, Tour de France, Skispringen und Bobfahren kämen nur in ausgewiesenen Sportsendungen vor, und kein Usedom-Krimi würde einem Fußballspiel geopfert.

Reinhard Mey ist Musiker und Liedermacher. Zwischen 1967 und 2016 hat Mey 27 deutsche Studioalben veröffentlicht. Der 76-jährige Musiker lebt in seiner Heimatstadt Berlin.

Was würden Sie langfristig umgestalten?

Einrichtung einer vernunftbegabten Fernsehspielredaktion, die endlich wieder Qualität statt der dümmlichen Freitagsfilme auf dem festen Deppenplatz 20.15 Uhr im Ersten bietet. Endlich wieder Literaturverfilmungen wie in den Sechzigern, wie einst Langusten, Der Biberpelz oder Die Zeit und die Conways.

Wenn es Ihnen selbst überlassen wäre, wie viel würden Sie pro Monat für das Programm zahlen, das die Öffentlich-Rechtlichen liefern?

Nix, aber für gute Filme oder Fernsehspiele so viel, wie ich jetzt für Filme auf Abruf bezahle. Die Tagesschau zu liefern ist eine Aufgabe der politischen Bildung, für die dieser Staat zuständig ist. Das hat kostenfrei zu sein.

Dokusendungen nicht zu spät abends, wünscht sich Pfarrer Rainer Maria Schießler

An was denken Sie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk zuerst?

Wie wohl jeder: An die Gebühren!!! Ich kann sie mir leisten, geht in Ordnung; aber es ist wie mit der Kirchensteuer: Man zahlt und will dafür 100 Prozent Leistung. Wenn mal davon ein Prozent nicht da ist, möchte man sofort an die Gebühren ran. Ich gebe zu: man denkt hier sicher sehr, sehr subjektiv.

Wann und wie viel schauen Sie fern?

Ach irgendwie täglich, wenn halt Zeit ist; Informationssendungen, Diskussionen, Wissenschaftliches und als Krönung zur Entspannung Unterhaltsames. Nur eines sollte Fernsehen nie sein: Einschlafhilfe, sonst wird's schnell im Unterbewusstsein zum Gähnen.

Welche Sendung sehen oder hören Sie gerne?

Da sind die immer gesetzten Sendungen wie gute Talkrunden ( Münchner Runde, Anne Will, Hart aber fair), Politmagazine ( Weltspiegel, Auslandsjournal, Berlin direkt, Kontraste) und auch zum Ab- beziehungsweise Ausschalten Unterhaltungsserien ( Bergdoktor, In aller Freundschaft), so lange man es eben aushält.

Bei welcher Sendung schalten Sie ab?

Nicht böse sein, liebe Rheinländer, ist ein Kindertrauma: Alles, was nach rheinischem Fasching klingt: Köln allaf, Mainz wie es singt und lacht und - seit Neuem auch - Schwaben helau. Kann ich als Altbayer nicht verkraften!

Glauben Sie, die Sender sollten mehr Freiheit darüber bekommen, welches Programm sie machen?

Wie soll diese Freiheit aussehen? Wer zahlt, schafft an; also sollten wir Zuschauer mehr bestimmen als ein paar Intendanten und Programmdirektoren. Aber wie will man das umsetzen? Das ist die Not mit der direkten Demokratie. Ich muss weiter darauf vertrauen, dass auch andere, die in Entscheidungspositionen sitzen, so empfinden wie ich.

Wenn Sie Intendant beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk wären, was würden Sie sofort ändern? Und was würden Sie langfristig umgestalten?

Bitte keine guten Informations- und Diskussionssendungen zu spät abends zeigen. Lasst auch unsere jungen Zuschauer an diese Formate heranwachsen zu Zeiten, wo sie noch nicht im Bett oder schon in der Disco sind!

Eröffnung der neuen Iberl-Bühne in München, 2014

Rainer Maria Schießler ist römisch-katholischer Pfarrer von St. Maximilian in München. Der Bayerische Rundfunk produziert und sendet seit 2012 die Talkshow Pfarrer Schießler des 58-Jährigen.

(Foto: Robert Haas)

Wenn es Ihnen überlassen wäre, wie viel würden Sie pro Monat für das Programm zahlen, das die Öffentlich-Rechtlichen liefern?

Unbeantwortbare Frage! Was ist wie viel wert? Was nichts kostet, ist nichts wert, heißt es. Fakt ist, wenn etwas gut ist, zahle ich gerne mit: Straßenbelag, Essen im Restaurant, ein gutes Buch, ein Kino-Abend und so auch das gute alte Fernsehen.

Auf Qualität statt Quote setzen, fordert Extremkletterer Alexander Huber

An was denken Sie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk zuerst?

Die wichtige, beständige Säule in der Medienlandschaft.

Alexander Huber, 50, ist ein Profibergsteiger aus dem Berchtesgadener Land. Mit seinem älteren Bruder Thomas war er im Dokumentarfilm "Am Limit" zu sehen. Die Extrem-Kletterer sind als "Huberbuam" bekannt.

(Foto: Jan Vincent Kleine)

Wann und wie viel schauen Sie fern?

...ich habe keinen Fernseher...

Glauben Sie, die Sender sollten mehr Freiheit darüber bekommen, welche Programme sie machen?

Gewisse Freiheiten sollten sie schon haben, aber eines sollte sichergestellt sein: dass die Öffentlich-Rechtlichen klar auf Qualität setzen und nicht auf die Quote. Das wäre für mich der Kernauftrag.

Wenn es Ihnen selbst überlassen wäre, wie viel würden Sie pro Monat für die Öffentlich- Rechtlichen zahlen?

Das, was es dafür braucht. Die kostenlose Informationsflut via Internet und Social Media vernichtet Qualität im Journalismus. Qualität hat seinen Preis.

Mehr individuelles Programm wünscht sich Oliver Jahn, Chefredakteur von AD Architectural Digest

Woran denken Sie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk zuerst?

An Klasse und Niveau, Kultur. Aber auch an langsam und konservativ, alte Zielgruppe und veraltete Quotenerhebung.

Oliver Jahn, 48, ist seit 2011 Chefredakteur der deutschen Ausgabe des Magazins AD Architectural Digest. Neben Architektur und Design beschäftigt er sich mit Literatur, Fernsehen und Design.

(Foto: Elias Hassos)

Wann und wie viel schauen Sie fern?

Abends die Nachrichten und gezielt Kultursendungen auf Arte oder 3sat. Im Winter an den Wochenenden Wintersport für ein bis zwei Stunden. Ansonsten eher Sendungen auf iTunes oder Netflix.

Welche Sendungen sehen / hören Sie gerne?

Sendungen wie Kulturzeit, Druckfrisch, Das Literarische Quartett und Wintersport. Auch lokale Porträts auf den Dritten Fernsehprogrammen.

Bei welcher Sendung schalten Sie ab?

Karneval, Volksmusik, Silbereisen. Ebenso und noch schlimmer: Maischberger, Illner und Co: Die Polit-Talkshows mit den seit Jahren gleichen Gesichtern und den ermüdenden, fast rituell ablaufenden Parteistreitigkeiten. Ich halte Letztere für mitverantwortlich für die Politikverdrossenheit, da es in den Sendungen nicht um Problemlösungen geht. Das fördert das Aufkommen antidemokratischer Parteien.

Wenn Sie Intendant wären, was würden Sie sofort ändern? Was langfristig umgestalten?

Weniger lineares, mehr individuelles Programm. Become more of a Netflix, aber mit kulturtragenden Programmen, nicht nur Serien. Als erstes würde ich Maischberger und Co. abschaffen. Stattdessen echte politische Aufklärung mit anderen Formaten.

Wenn es Ihnen überlassen wäre, wie viel würden Sie pro Monat für das Programm zahlen ?

Beim jetzigen Programm eher weniger als bisher. Wäre die Qualität deutlich besser, wäre ich bereit, das Doppelte zu zahlen.

"Ich liebe die Mediatheken", sagt Inklusionsaktivist, Autor und Moderator Raúl Aguayo-Krauthausen

Woran denken Sie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk zuerst?

An ein älteres Publikum, Rosamunde-Pilcher-Filme und einige gute politische Formate sowie Nachrichten.

Raul Krauthausen Porträt Farbe

Raúl Aguayo-Krauthausen, 38, ist Inklusionsaktivist, Autor und Moderator. Der in Berlin lebende Aktivist ist Mitgründer von Sozialhelden e.V. und moderiert die Talkshow KRAUTHAUSEN - face to face auf Sport1.

(Foto: Esra Rotthoff)

Wann und wie viel schauen Sie fern?

Da ich viel unterwegs bin, schaue ich nur abends ein bisschen rein. Ich liebe aber zunehmend die Mediatheken.

Welche Sendungen sehen /hören Sie gerne?

Sendung mit der Maus, Nachrichten sowie ein paar Comedy-Formate. Das gesamte Programm des Deutschlandfunk .

Bei welcher Sendung schalten Sie ab?

Sportschau, Fußball, Schlager.

Sollten die Sender mehr Freiheit darüber bekommen, welche Programme sie machen?

Auf jeden Fall. Die Sender sollten sich von Quoten lösen dürfen und mehr daran denken, die gesamte Vielfalt der Bevölkerung abzubilden. Das gilt für das fiktionale sowie das nicht-fiktionale Programm gleichermaßen. Im T atort sollten mehr Frauen und Menschen mit Migrationsgeschichte ermitteln und in Spielfilmen auch mal Menschen mit sichtbarer Behinderung einen Bösewicht spielen. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Publikum ruhig mehr gefordert werden kann. Diese ewige Leier, dass man "auf Augenhöhe kommunizieren" und die "Zuschauer*innen, da wo sie sind, abholen" müsse, halte ich für eine gefährliche Arroganz der Redaktionen.

Wenn Sie Intendant wären, was würden Sie sofort ändern? Und was würden Sie langfristig umgestalten?

Ich würde mich für die hundertprozentige Untertitelung und Audiodeskription einsetzen. Und die Redaktionen zu mehr Mut motivieren.

Wenn es Ihnen selbst überlassen wäre, wie viel würden Sie pro Monat für das Programm zahlen, das die Öffentlich-Rechtlichen liefern?

Ich finde den Beitrag von 17,50 Euro in Ordnung.

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