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Pressefreiheit:Journalist nach Festnahme in Mexiko gestorben - UN fordern Aufklärung

"140 Journalisten in Mexiko ermordet" steht auf diesem Banner - Mexiko gilt als gefährlichstes Land für Reporterinnen und Reporter außerhalb von Krisengebieten.

(Foto: AFP)

Der TV-Reporter war wegen angeblicher Gewalt gegen Sicherheitsbeamte festgenommen worden. Der Staatsanwaltschaft zufolge führten Atemprobleme zum Tod - Angehörige des Journalisten berichten, ihm sei der Hals aufgeschlitzt worden.

In Mexiko ist ein Journalist unter ungeklärten Umständen in Polizeigewahrsam gestorben. Das Büro des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in Mexiko forderte in einer Mitteilung eine umfassende und unparteiische Untersuchung des Falls. Juan Nelcio Espinoza, ein Reporter des Lokalsenders Valedor TV, war in der Nacht zum vergangenen Freitag zusammen mit einem Kollegen wegen angeblicher Gewalt gegen Sicherheitskräfte festgenommen worden, nachdem er in der Stadt Piedras Negras an der US-Grenze über eine Schießerei berichtet hatte.

Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Coahuila teilte mit, Espinoza habe Atemprobleme gehabt und sei in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er kurz darauf gestorben sei. Angehörige des Journalisten warfen den Sicherheitskräften vor, ihm den Hals aufgeschlitzt zu haben. Nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros berichteten Verwandte von Espinoza, Polizisten hätten ihm zuvor gedroht.

Mexiko gilt als gefährlichstes Land für Journalisten außerhalb von Kriegsgebieten. Nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen wurden dort im Jahr 2019 zehn Journalisten und Medienschaffende im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet - zusammen mit dem Bürgerkriegsland Syrien die meisten weltweit. In diesem Jahr wäre Espinoza der fünfte.

In der ersten Jahreshälfte 2020 wurden in Mexiko, das knapp 130 Millionen Einwohner hat, in der offiziellen Statistik 98,8 Mordopfer pro Tag gezählt - noch etwas mehr als im Vorjahr. Die Gewalt in dem Land geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die oft Verbindungen zu Sicherheitskräften haben. Die meisten Verbrechen werden in Mexiko nie aufgeklärt, geschweige denn geahndet. Am Samstag wurde allerdings ein mutmaßlich hochrangiges Mitglied eines Drogenkartells wegen des Mordes an einer Journalistin im Jahr 2017 zu 50 Jahren Haft verurteilt.

© SZ.de/dpa/jobr/mkoh
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