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Medienkolumne "Unser Beitrag":Schön, wenn das Haus am Ende steht

Unser Beitrag
(Foto: Steffen Mackert)

Was die Öffentlich-Rechtlichen senden. Folge 8: die BR-Sendung "Traumhäuser".

Von Florian Kaindl

Das Schöne am Bauen ist ja, dass man sich seine Träume verwirklichen kann. Kerstin und Andreas Mayer, beide Ende zwanzig, haben sich was getraut und unter all die Satteldächer im oberpfälzischen Cham ein Flachdach gestellt. Sie haben sich durchgesetzt gegen den Widerstand von Lokalpolitik und Familie. Bei so einem Herzensprojekt, nach einer anstrengenden Bauzeit, drängt sich eine Frage natürlich auf, die Reporterin will wissen: "Was ist das Persönlichste an Ihrem Haus?" Andreas Mayer überlegt erst, dann lacht er und sagt: "Also momentan die Katze. Und wir beide."

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Was die Öffentlich-Rechtlichen senden - eine Sammlung an persönlichen Eindrücken. Alle Folgen finden Sie hier.

In ihren besten Momenten ist die BR-Serie Traumhäuser nah an den Menschen und ihren Bauprojekten in ganz Bayern. Wie sie im neuen Heim noch fremdeln, wie sie sich unbedarft über eigene Einfälle freuen. Dass dabei am Ende etwas ewig Haltbares rauskommt, dass da dann wirklich ein Haus steht, freut den eher unbegabten Handwerker. Selbst bei Rückschlägen schaut man gern zu, man weiß ja, es geht gut aus. Obwohl jede Menge Geld im Spiel ist, dreht sich die Sendung vor allem um die Hingabe und Geduld, ohne die man mit dem Abreißen, Ausmessen und Aufbauen gar nicht erst anzufangen braucht. Die Bauherrinnen und Bauherren aber, sympathisch und bescheiden, packen selbst mit an, schichten Ziegel auf im Regen, begleitet von der aufgeräumten Stimme aus dem Off.

Als Zuschauer kann man den Kuben und Spitzbauten aus Holz und Granit beim Wachsen zusehen und begreift: Lage ist nicht alles. Ob idyllisch am Steilhang, auf einem Plateau mit Bergblick, direkt an der Schnellstraße oder zwischen Heizkraftwerk und Güterbahnhof gelegen - letztlich egal. Auf die Menschen im Haus kommt es an. Und auf die drumherum, die Nachbarn und Verwandten. Wobei die, wenn gefragt, zu den teils spektakulären Entwürfen alle nahezu das Gleiche sagen: Ihr Geschmack sei es nicht unbedingt, aber sie müssten ja auch nicht drin wohnen.

© SZ/cag
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