MDR:MDR-Funkhausdirektorin tritt zurück

Lesezeit: 1 min

MDR: Ines Hoge-Lorenz, MDR-Landesfunkhausdirektorin in Sachsen-Anhalt, trat am Freitag zurück.

Ines Hoge-Lorenz, MDR-Landesfunkhausdirektorin in Sachsen-Anhalt, trat am Freitag zurück.

(Foto: Steffen Junghans/obs)

Weil sie ihren Arbeitgeber nicht über berufliche Verwicklungen ihres Ehemannes unterrichtet hat, ist Ines Hoge-Lorenz zurückgetreten.

Die Landesfunkhausdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) in Sachsen-Anhalt, Ines Hoge-Lorenz, tritt wegen mangelnder Transparenz von ihrem Amt zurück. Ab 1. September wird sie in der Hauptredaktion Information und Innovation der Programmdirektion Leipzig tätig sein, wie der Sender am Freitag mitteilte. Ines Hoge-Lorenz war erst im vergangenen Jahr ins Amt gekommen.

"Ich habe es vor meinem Amtsantritt als Landesfunkhausdirektorin Sachsen-Anhalt versäumt, klar darüber zu informieren, dass mein Ehemann vor über zehn Jahren in der Causa Foht eine Rolle gespielt hat", erklärte Hoge-Lorenz ihren Rücktritt. Mit der Causa Foht ist ein Skandal gemeint, der 2011 aufgedeckt wurde. Udo Foht war früher Unterhaltungschef des MDR. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug, Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit vor. Der MDR hatte Foht nach Bekanntwerden des Skandals gekündigt. Am 1. September beginnt der Prozess gegen ihn. Er soll unter anderem Schlagerstars um viel Geld betrogen haben. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt für Foht die Unschuldsvermutung.

Hoge-Lorenz erklärte: "Obwohl ich davon ausgegangen bin, dass mit der Entscheidung des Gerichtes die Sache für meinen Mann erledigt ist, hätte ich dies dennoch selbst gegenüber der Intendantin und den Gremien transparent machen müssen." Sie wolle nicht, dass jetzt ihre Integrität in Frage gestellt werde und dem MDR Schaden entstehen könne. "Deshalb habe ich mich entschieden, die Intendantin zu bitten, mich von meiner Direktorenfunktion zu entbinden", so Hoge-Lorenz

MDR-Intendantin Karola Wille sagte, sie nehme Hoge-Lorenz' Entscheidung "mit großem Respekt und Bedauern" zur Kenntnis.

Zur SZ-Startseite

Schlesinger-Affäre
:RBB soll für maximal ein Jahr von Interims-Intendant geführt werden

Darauf hat sich der Rundfunkrat des Senders geeinigt. Eine Findungskommission soll eine geeignete Person finden - ohne Ausschreibung.

Lesen Sie mehr zum Thema