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ZDF "Berlin direkt":Björn Höcke bricht TV-Interview ab

AfD-Klage vor Thüringer Verfassungsgericht

Der zum rechten Flügel seiner Partei zählende Björn Hocke ist AfD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Thüringen Ende Oktober.

(Foto: dpa)

Das Gespräch mit einem ZDF-Redakteur lief zehn Minuten, da intervenierte der Pressesprecher des AfD-Politikers und beklagte "zu stark emotionalisierende Fragen".

Ein Interview des ZDF mit dem AfD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Thüringen, Björn Höcke, ist mit einem Eklat zu Ende gegangen. In dem Gespräch, das am Sonntagabend in der Sendung "Berlin direkt" ausgestrahlt wurde, ging es zunächst um die Sprache von Björn Höcke, der zum rechtsnationalen Flügel seiner Partei gerechnet wird und sich, so der Interviewer, bewusst Formulierungen bediene, die an NS-Vokabular erinnern.

Nachdem das Interview etwa zehn Minuten lief, intervenierte Höckes Pressesprecher und sagte: "Ich würde sagen, das sollten wir einfach wiederholen. Das geht so nicht. Das geht so nicht. Sie haben jetzt Herrn Höcke mit Fragen konfrontiert, die ihn stark emotionalisiert haben. Diese Emotionen, glaube ich, sollte man so nicht im Fernsehen bringen."

Eine Wiederholung lehnte der ZDF-Redakteur jedoch ab. Höcke war nach eigenen Aussagen davon ausgegangen, dass es in erster Linie um den Landtagswahlkampf gehen würde. Das ZDF betont, dass es laut Absprache nicht um Thüringen, sondern die bundespolitische Bedeutung Höckes gehen sollte.

Einige Minuten später, nachdem er und sein Presssprecher mit dem Redakteur über die Art der Fragestellung diskutierten, beendete Höcke schließlich das Interview mit dem Verweis darauf, "dass es mit mir kein Interview mehr für Sie geben wird". Auf die Frage, ob das eine Drohung sei, verneinte Höcke: "Nein, das ist nur 'ne Aussage, weil auch ich nur ein Mensch bin." Auf die weitere Frage: "Was könnte kommen", antwortete Höcke: "Vielleicht werde ich mal 'ne interessante persönliche, politische Person in diesem Land. Könnte doch sein."

Das Interview wurde am vergangenen Mittwoch in Erfurt geführt. Das ZDF hat das komplette Interview und den Wortlaut online gestellt. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Frank Überall, erklärte am Abend, es sei völlig richtig gewesen, dass sich der ZDF-Kollege nicht darauf eingelassen habe, das Interview in Höckes Sinne "weichzuspülen". "Björn Höcke hat ein weiteres dunkles Kapitel des gestörten Umgangs der AfD mit der Pressefreiheit im allgemeinen und kritischen Journalistinnen und Journalisten im besonderen aufgeschlagen", kritisierte Überall.

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