Medienpreis:Disney+ mit drei Nominierungen zum Grimme-Preis

Medienpreis: Zu den nominierten Produktionen zählt auch die Disney+-Serie "Deutsches Haus" über den Frankfurter Auschwitz-Prozess.

Zu den nominierten Produktionen zählt auch die Disney+-Serie "Deutsches Haus" über den Frankfurter Auschwitz-Prozess.

(Foto: Krzysztof Wiktor/Disney/Gaumont)

Die Vorauswahl der renommierten Auszeichnung für Fernsehqualität enthält ungewöhnlich viele Sendungen von Privatsendern und Streamern.

Das Marler Grimme-Institut hat die Nominierungen für den 60. Grimme-Preis bekannt gegeben. In vier Kategorien sind aus mehr als 750 Einreichungen 64 Produktionen und Einzelleistungen ausgewählt worden. Zwölf Produktionen des Privatfernsehens, der Pay-TV- und Streaminganbieter sind in diesem Jahr unter den Nominierten - das ist ungewöhnlich viel.

Disney+ ist im ersten Jahr nach dem Start seines in Deutschland entwickelten lokalen Angebots mit drei Produktionen dabei. Die Serie"Deutsches Haus" erzählt die Geschichte einer jungen Dolmetscherin beim Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963. "Sam - Ein Sachse" zeigt die Geschichte von Samuel Meffire, der als erster afrodeutscher Polizist Ostdeutschlands gilt. Für einen Spezialpreis in der Kategorie Kinder & Jugend wurde das Ensemble der Serie "Die drei !!!" nominiert.

Medienpreis: "Sam - Ein Sachse" ist ebenfalls für den Grimme-Preis nominiert.

"Sam - Ein Sachse" ist ebenfalls für den Grimme-Preis nominiert.

(Foto: Frizzi Kurkhaus)

Wie wichtig weiterhin die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist, zeigen auch andere nominierte Produktionen. Dazu gehören "Ich bin! Margot Friedländer" (ZDF) über die Lebensgeschichte der 101-jährigen Holocaust-Überlebenden in der Kategorie Fiktion sowie "Stalingrad - Stimmen aus Ruinen" (rbb/ARTE/NDR) und "Drei Frauen - ein Krieg" (rbb/WDR/ARTE) in der Kategorie Information & Kultur. Mit "Einzeltäter" (ZDF) wurde eine Produktion hervorgehoben, die sich rechtsterroristischen Anschlägen in Deutschland widmet, und "Capital B - Wem gehört Berlin?" (rbb/WDR/ARTE) untersucht die Geschichte Berlins seit dem Mauerfall 1989.

"Songs of Gastarbeiter - Liebe, D-Mark und Tod" (WDR/rbb/ARTE), nominiert in der Kategorie Information & Kultur, erzählt die Geschichte der türkischen Gastarbeiter und Gastarbeiterinnen in Deutschland anhand ihrer musikalischen Kultur, die sich in ihrer besonderen Form so nur in Deutschland entwickelt hat, und beleuchtet dabei Themen wie Heimat und Identität. Auch die Produktionen "Hypeculture: Straßenslang - Wie Rap Deutschland verändert" (funk), nominiert in der Kategorie Jugend, und "Prison Tapes" (RTL+), nominiert in der Kategorie Unterhaltung, setzen sich mit dem Thema Musik auseinander.

Eine Kooperation mit Kenia könnte einen Spezialpreis gewinnen

Anwärter für den Preis Besondere Journalistische Leistung sind die Redaktion des Magazins "Monitor" für ihre herausragenden Recherchen zum Thema Migration, die ARD-Korrespondentin Katharina Willinger (ARD Studio Istanbul/BR) für ihre Berichterstattung aus der Türkei und Iran und das Rechercheteam hinter der Dokumentation "China. Macht. Essen" für die aufwendige Berichterstattung zur geopolitischen Instrumentalisierung der Welternährungsorganisation durch China (SWR/BR/MDR/rbb).

Für einen Spezial-Preis in der Kategorie Fiktion ist die Firma Good Karma Fiction im Verbund mit ZDF/ARTE vorgeschlagen, für die Begleitung und Beratung eines kenianischen Produktionsteams bei der ersten kenianische Netflix-Serie "Country Queen". Das Ergebnis ist eine Serie, die sich in besonderer Weise mit Heimat und Familie auseinandersetzt.

Dass die Vorauswahl-Kommissionen den Qualitätsstandard des vergangenen Jahres insgesamt nicht allzu hoch bewerten, zeigt die Tatsache, dass drei der vier Gremien ihr Kontingent zur Nominierung nicht ausgeschöpft haben. "In 60 Jahren hat die Branche tiefgreifenden Wandel erfahren, finanzielle sowie strukturelle Hürden gemeistert und sich trotz aller Untergangspropheten substanziell weiterentwickelt", erklärte Grimme-Direktorin Frauke Gerlach. "Dabei ist und bleibt der Grimme-Preis Wegweiser für Qualitätsproduktionen im deutschen Fernsehen."

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