Deutsches Fernsehen:"Sörensen hat Angst" und "Charité Intensiv" ausgezeichnet

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Deutsches Fernsehen: Bjarne Mädel als Paketzusteller Volker Feldmann in dem Fernsehfilm "Geliefert", der genauso wie das Regiedebüt des Schauspielers, "Sörensen hat Angst", mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet wird.

Bjarne Mädel als Paketzusteller Volker Feldmann in dem Fernsehfilm "Geliefert", der genauso wie das Regiedebüt des Schauspielers, "Sörensen hat Angst", mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet wird.

(Foto: Jürgen Olczyk/ARTE/BR/TV60 Filmproduktion GmbH)

Schauspieler und Regisseur Bjarne Mädel bekommt in diesem Jahr gleich zwei Grimme-Preise. Kleiner Überblick über die ausgezeichneten Fernsehfilme, Shows und Dokus.

Will man das vergangene Jahr durch die Preisträger der diesjährigen Grimme-Preise erfassen, dann beschäftigte sich dieses deutsche Fernsehjahr 2021 vorrangig mit psychischen Erkrankungen, mit der Pandemie, mit rechter Gewalt, Flucht und prekären Arbeitsbedingungen. In gleich zwei Produktionen wird der Schauspieler und Regisseur Bjarne Mädel geehrt. Im Fernsehfilm Geliefert spielt er einen alleinerziehenden Paketboten, und in seinem Regiedebüt Sörensen hat Angst ist er ein Polizeikommissar mit Angststörung. Die besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes geht an Anke Engelke, die sich "mit ihrer innovativen Kreativität und geistreichen Wandlungsfähigkeit in vorbildlicher Weise um das Medium Fernsehen verdient gemacht hat", so die Jury.

Weitere Preise in der Kategorie Fiktion gehen an den Polizeiruf 110 - Sabine und die RBB-Serie Tina mobil. Ausgezeichnet wird auch die von Sky verfilmte Serie Die Ibiza-Affäre über den Eklat des ehemaligen österreichischen Vizekanzlers, den die SZ recherchierte.

Den Preis für die "Besondere Journalistische Leistung" erhält die ZDF-Journalistin Katrin Eigendorf für ihre "exzellenten Reportagen über die Lage der Frauen und Mädchen in Afghanistan", so die Grimme-Jury. In der Kategorie Information & Kultur werden außerdem die Dokumentation Hanau - Eine Nacht und ihre Folgen über den Anschlag am 19. Februar 2020 ausgezeichnet, und Schwarze Adler über jahrzehntelangen Rassismus im deutschen Fußball. Weitere Preise erhalten der 3sat-Film Oeconomia über die Finanzwirtschaft und die Serie Charité intensiv: Station 43 (RBB), die über Monate Ärzte, Pflegekräfte und Patienten auf der Corona-Station der Berliner Charité begleitet.

In der Unterhaltung wird eine Folge von Chez Krömer ausgezeichnet, in der Kurt Krömer und sein Gast Torsten Sträter über eigene Erfahrungen mit Depressionen sprechen. Auch die WDR-Show Freitagnacht Jews mit Daniel Donskoy über jüdisches Leben in Deutschland wird mit einem Grimme-Preis geehrt. Einen der wenigen Preise für Produktionen von Privatsendern bekommt das ProSieben-Format Wer stiehlt mir die Show?.

Mit dem Grimme-Preis in der Kategorie Kinder & Jugend wird das "originelle Konzept" des HR-Formats Am Limit?! Jetzt reden WIR! geehrt, außerdem das Moderationsteam von offen un' ehrlich (SR/funk) und der Kurzfilm Seepferdchen (MDR) über die Traumabewältigung der jungen Hanan nach ihrer Flucht aus dem Irak.

Den Preis der erstmals einberufenen Studierendenjury des Grimme-Preises erhält der sehr persönliche Dokumentarfilm Una Primavera über häusliche Gewalt und ihre Auswirkungen auf eine Familie. Mit dem Publikumspreis der Marler Gruppe wird die Serie The Mopes (Warner TV Comedy) mit Nora Tschirner ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 26. August im Marler Theater statt.

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