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"Game of Thrones"-Recap:Neue Episode "Game of Thrones": Cersei verdirbt allen den Spaß

Cersei Lannister und Sandor "The Hound" Clegane

(Foto: HBO / Collage: SZ.de)

Die Königsmutter versagt beim Pokerspiel. Daenerys versucht es mit billigen Tricks. Und Arya macht das Licht aus.

Die sechste Staffel Game of Thrones läuft seit 24. April immer in der Nacht von Sonntag auf Montag auf Sky. Auf SZ.de besprechen wir die einzelnen Folgen jeden Montag für Fans nach. Aber Achtung: Spoilergefahr!

Episode 8: Niemand

Was wir erwartet haben:

Arya ist bestimmt gar nicht so dumm, wie es vergangene Woche den Anschein hatte und hat ihrer Verfolgerin nur eine Falle gestellt. Brienne gelingt es bestimmt, Jaime endlich aus seiner grenzverrückten Cersei-Hörigkeit zu befreien. Der Hound rächt sich bestimmt ordentlich an der bannerlosen Bruderschaft und findet vielleicht sogar heraus, dass es da noch eine bislang ungezeigte Strippenzieherin im Hintergrund gibt. Und in King's Landing rüstet sich bestimmt alles für das Gerichtsurteil per tödlichem Zweikampf zwischen dem Mountain und dem Hound.

Was passiert ist:

Absolut gar nichts davon. Oder fast: Der Hound darf immerhin ein paar Mal seine Axt gegen die Missetäter der vergangenen Woche schwingen, anschließend noch ein paar Holzklötze wegtreten, die er eine Episode zuvor noch gutgelaunt gespalten hätte. Und er darf bei alledem so richtig wütend sein und bärbeißige Sprüche klopfen. Schade nur, dass die bannerlose Bruderschaft viel zu nett und einsichtig ist, um seinem erfrischenden Rachefeldzug freien Lauf zu lassen. Stattdessen gibt es eine existenzialistische Debatte am Lagerfeuer: "Du bist eben ein Kämpfer, Clegane." Finden wir auch. Kann er ja in King's Landing beweisen und damit Cerseis überfälliges Schicksal besiegeln, oder?

Nein, sieht leider nicht so aus. Cersei hat nämlich aus irgendeinem Grund ihre unerschütterliche Überheblichkeit immer noch nicht abgelegt und ruiniert damit wieder einmal allen die Party. Sogar den Serienzuschauern, die sich auf die sogenannte "Cleganebowl", den Zweikampf zwischen Hound und Mountain, gefreut haben. Denn als schlechteste Pokerspielerin von ganz Westeros zeigt sie viel zu früh ihre Hand (den Superzombie namens Mountain). Was passiert? Der Lumpenpapst High Sparrow überzeugt König Tommen davon, dass ein Gerichtsurteil per tödlichem Zweikampf wirklich sowas von Staffel vier ist. Also wird das einfach verboten und Cersei soll ganz normal vor Gericht müssen. Die Aussichten auf Erfolg? Eher dünn. Immerhin haben die Königsmutter und ihr Hexenmeister offenbar noch einen Notfallplan. Vielleicht ist sie dieses Mal so schlau, nicht schon vorher der ganzen Stadt davon zu erzählen.

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Andererseits: Es kann auch sein, dass sie damit endlich so sehr über die Stränge schlägt, dass sogar ihr höriger Bruder/Lover Jaime kapiert, wem er da verfallen ist. Wird allerhöchste Zeit. Sein Ausflug nach Riverrun entpuppte sich nämlich als äußerst fruchtlos, zumindest für den Stark-sympathisierenden Zuschauer: Die romantischen Wiedersehen zwischen Brienne und Jaime sowie zwischen Bronn und Pod entschädigen kaum dafür, dass der eifrige Burgbesetzer Brynden "Blackfish" Tully sein Ende an den Schwertern ein paar namenloser Soldaten findet, und die Serienmacher nicht einmal den Anstand haben, seinen letzten Kampf zu zeigen. Wollen wir hoffen, dass sein Neffe, der unfreiwillige Bluthochzeit-Bräutigam und notorische Weichkeks Edmure, mittelfristig wenigstens irgendetwas mit dieser zweitdümmsten Entscheidung der aktuellen Staffel bewirken kann.

Also, dass er ein besseres Bild abgibt als das Mädchen ohne Namen, das jetzt auch ganz offiziell wieder Arya Stark heißt. Denn bei ihr war wirklich jedes Hoffen vergeblich, dass ihr ultradoofes Auftreten vergangene Woche in Wahrheit eine clevere Falle oder raffinierte Gesichtsmasken-Trickserei war. Nö, nix. Sie war einfach nur dumm, hat sich dafür in den Bauch stechen lassen, und hatte schließlich nur Glück, dass sie ein paar Monate blind war und deshalb im Dunkeln offenbar besser kämpfen kann als ihre Gegnerin. Dem verhinderten Jesus-Darsteller Jaqen entlockt das immerhin ein resigniertes Lächeln. Fazit: Nach zwei wie im Flug vergangenen Staffeln Meuchelmörder-Ausbildung darf Arya heim nach Westeros und dort mit eigenen Augen sehen, dass von ihrer Rache-Liste sowieso kaum jemand noch übrig ist.