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Game of Thrones Episode "Gerechtigkeit der Königin" im Recap:Der weiseste Mann von Westeros

Was der Episodentitel bedeutet:

"Die Gerechtigkeit der Königin" ist das, was die jeweilige Königin darunter versteht. Daenerys braucht zwar ein bisschen gutes Zureden und eine versenkte Flotte, ehe sie sich auf einen diplomatischen Deal mit dem Bittsteller und Verbündeten-in-Spe Jon Snow einlässt. Aber sie tut es. Cersei dagegen hat von Euron Vorkasse in Sachen Ehevertrag verlangt und ihren Nationalen Sicherheitsberater Jaime losgeschickt, das Geld zur Schuldentilgung mal eben von den Tyrells zu klauen. Was ihre Richtersprüche angeht folgt Cersei ganz alttestamentarisch dem Prinzip Auge um Auge: Du tötest meine Tochter, ich töte deine. Nur ich mach's grausamer.

So wird man sich an diese Episode erinnern:

Als, naja, typische "Game of Thrones"-Wendung. Es sah ja wirklich seit Wochen so aus, als hätte Cersei sowieso keine Chance gegen Daenerys und ihre Drachen und ihre Verbündeten und ihre Dothraki. Und jetzt steht sie auf einmal doch ziemlich gut da, einfach weil Skrupellosigkeit und Hinterlist auch in Staffel sieben noch Siegerstrategien sind. Eine zweite Rote Hochzeit hat es dafür gar nicht gebraucht - die Melodie der "Rains of Castamere", die bei jenem blutigen Fest gespielt wurde, hat es aber auch in diese Episode geschafft.

Game of Thrones "Game of Thrones" als interaktive Grafik
Personen-Atlas zu "Game of Thrones"

"Game of Thrones" als interaktive Grafik

In der siebten Staffel endgültig den Überblick verloren? Unsere interaktive Grafik bringt Ordnung ins Beziehungschaos zwischen Menschen, Drachen, Riesen und Zombies - mit einstellbarem Spoiler-Grad.   Von Matthias Huber und Steffen Kühne

Bester Auftritt:

Olenna Tyrell. Und in den verbleibenden zehn Episoden die Ehrenpreisträgerin der Kategorie "Wen wir vermisst haben". In ihrem letzten Dialog wird die Dornenkönigin noch einmal so richtig stachlig, dieses Mal mit Jaime Lannister. "Aus Fehlern lernt man", bauernweisheitet dieser vor sich hin. "Dann musst du ja ein sehr weiser Mann sein", brettert sie zurück. Und kippt sich den dargereichten Giftbecher hinter die Binde. Ein schmerzloser Tod, wie ihr Jaime versichert. "Gut. Ich würde es hassen, so zu sterben wie euer Sohn Joffrey. Sag Cersei, dass ich es war, der ihn getötet hat. Ich will, dass sie das weiß."

Wir mochten Bran Stark lieber, als er noch ...

... kein Superheld war. Ja, wir alle sind ja froh, dass es der nächste Stark-Sprössling endlich nach Winterfell geschafft hat. Aber die Tatsache, dass dieser Professor X von Westeros jetzt Vergangenheit, Zukunft und überhaupt alles sehen kann, haben seine Social Skills wohl nur mittelmäßig verkraftet. "Ich bin der Three-Eyed Raven", erklärt er mit tonloser Stimme seiner ahnungslosen Schwester Sansa. Was das bedeutet, will diese wissen. "Das ist schwierig zu erklären", sagt er. Und erzählt ihr dann, dass sie bei ihrer Vergewaltigung durch Ramsay Bolton wunderschön aussah. Im Ernst, Bran: Not cool!

Wen wir vermisst haben:

Bronn. Schon wieder. Dabei kam er dieses Mal sogar vor. Aber, Skandal: wortlos! Schließlich ist es nicht sein Söldnergesicht, warum wir uns über jedes Wiedersehen mit dem kaltschnäuzigen Kämpfer freuen. Es bringt uns also nur wenig, wenn er - wie in dieser Episode - schweigend neben Jaime herreitet. Ein schwacher Trost: Auch Tyrion erinnert sich an die poetische Weisheit seines einstigen Leibwächters. "Ein guter Freund sagte mal zu mir: Gib mir zehn gute Männer und ich schwängere die Schlampe." Die zehn guten Männer sind Grey Worm und seine Unsullied. Das "Schwängern" ist die Eroberung der "Schlampe" Casterly Rock, des Familiensitzes der Lannisters. Ohne den Weitblick des Meisterstrategen Bronn wäre Daenerys also sogar dieser kleine Erfolg verwehrt geblieben.

Wie es weitergeht:

Daenerys wird sich von diesen Rückschlägen erst einmal erholen müssen. Gut möglich, dass es zu einem mittelkleinen Streit mit Chefberater Tyrion kommt. Der hielt die Königin nämlich noch davon ab, mit ihren Drachen Schiffeversenken zu spielen. Aber eine Alternativstrategie zeichnet sich ab: Was, wenn das gestohlene Geld der Familie Tyrell nie die Hauptstadt erreicht und Königin Cersei ihre Schulden nicht tilgen kann? Wird die Eiserne Bank von Braavos dann womöglich einen Sonderermittler gegen die Königin mit der ungewöhnlichen Frisur einsetzen? Und wie geht es weiter in Winterfell, wenn nach Professor Bran das nächste Mitglied der Stark'schen X-Men eintrifft, die gestaltwandelnde Mystique namens Arya?