Sibylle Rauch, Erotik-Schauspielerin

Sie ist die "Tragische" in der diesjährigen Dschungelbesetzungsliste. Die, die abends am Lagerfeuer sitzt mit ein, zwei anderen in die Flammen blickt und "ihre Geschichte" erzählt. Jemand äußert Verständnis, legt ihr den Arm um die Schulter, Close-up, ein paar Klavierklänge, fertig ist die Rührszene, die beweisen soll, dass das Dschungelcamp nicht nur aus Nacktheit und Vogelspinnen besteht, sondern aus Emotionen und berührenden Lebensgeschichten.

So eine hat Sibylle Rauch. Sie wurde als junge Frau in München erst als Playboy-Playmate und dann mit Rollen in den Eis am Stiel-Filmen bekannt, dann drehte sie erst Soft-, schließlich harte Pornofilme. Als auch dafür die Anfragen ausblieben, war sie pleite, nahm zu viel Kokain. Sibylle Rauch war am Ende und blieb dort für lange Zeit. Seit ein paar Jahren bastelt sie jetzt am Narrativ der Wiederauferstandenen. Sie glaube, sagt sie in ihrem Vorstellungsvideo, dass die Leute sie noch sehen wollten, und dass sie, auch im Alter von Sharon Stone, "ja noch was Hübsches" sei. Das mag so sein. Aber ob gerade das Dschungelcamp ihr helfen kann? Wiederauferstehung hat es eigentlich nicht im Angebot. Von Kathleen Hildebrand

Bild: Foto: MG RTL D / Arya Shirazi 4. Januar 2019, 12:452019-01-04 12:45:42 © SZ.de/luch/biaz/khil/jmau/hert/heka/khil/rus