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Castingshows: DSDS, X-Factor und Co.:Wie wird man eigentlich Superstar?

Starsuche im Fernsehen ist gefragt wie nie. Doch die Musikindustrie beobachtet die neuen Helden argwöhnisch.

Das Casting-Fieber lässt die Fans weiter schwitzen. Auch in der siebten DSDS-Staffel, kurz vor dem Start von X-Factor und nach der Suche nach Deutschlands beste Partyband träumen offenbar immer noch Teenager vom Aufstieg zum Star. Mit der Realität im Pop-Geschäft hat die Talentsuche nichts zu tun, wettert der Bundesverband Musikindustrie.

Dieter Bohlen, Foto: dpa

In Castingshows werden dagegen die Ärmel hochgekrempelt - einer der Chef-Sucher: Dieter Bohlen.

(Foto: Foto: dpa)

Träume sind Schäume, Lottogewinne fast so unwahrscheinlich wie ein durch Heidi Klum vermittelter Modelvertrag und ein freundliches Wort von Dieter Bohlen auch nur so viel wert wie ein Kompliment unter Heiratsschwindlern. Und dennoch drückte Deutschlands selbsternannter Superstarmacher Samstag für Samstag um die sieben Millionen Fernsehzuschauer in die heimischen Wohnzimmersessel, um sie dort zu Augenzeugen eines neuen RTL-Rührstücks zu machen.

Bohlens Favorit

So springt Dieter Bohlen schon mal begeistert auf und umarmt einen neuen Favoriten begeistert. Wird beispielsweise der 22-jährige Menowin Fröhlich damit zu Deutschlands neuer Pophoffnung? Durfte das Millionenpublikum einem musikgeschichtlichen Schlüsselmoment beiwohnen? Werden so Superstars gesucht und gefunden? Eher nicht.

"Es ist ein weitverbreitetes Missverständnis", schimpft Stefan Michalk, Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie, "dass Castingshows dazu da sind, den Nachwuchs für die Musikindustrie zu rekrutieren." Ernst nehmen will der Cheflobbyist von Deutschlands Rock- und Pop-Managern den Auswahlprozess daher nicht. "Castingshows sind kein Produkt der Musikindustrie", so Michalk, "sondern intelligent gemachte TV-Shows zur Vermarktung von Werbezeiten, bei denen Musik im Zentrum steht."

Ob Menowin Fröhlich wirklich das Zeug zum Star hat, ist somit Nebensache. Das Trüffeln von jungen Talenten möchte sich die Industrie jedenfalls nicht abnehmen lassen, schon gar nicht von Dieter Bohlen. "Die überwiegende Zahl von Nachwuchskünstlern wird immer noch von den kleinen und großen Plattenfirmen entdeckt, gefördert und aufgebaut", sagt Michalk. "Das dauert Jahre und nicht nur ein paar Monate."

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