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ARD-Kommentator:Mehmet Scholl wollte im TV-Studio nicht über Doping sprechen

ARD und Fußball-Experte Mehmet Scholl

ARD-Fußball-Experte Mehmet Scholl

(Foto: dpa)
  • Mehmet Scholl hat als TV-Experte beim Confed Cup das ARD-Studio vorzeitig verlassen. Das berichtet die Bild-Zeitung.
  • Der Plan des Senders, über Dopingvorwürfe gegen Russland zu berichten, erschien Scholl langweilig, heißt es.
  • Von der ARD und ihrem TV-Experten kommen beschwichtigende Worte: "Ich freue mich auf die WM 2018", sagt Scholl.

Impulsiv war Mehmet Scholl schon als Profifußballer beim FC Bayern München und vom Karlsruher SC. Auch als TV-Experte und Fußballkommentator für die ARD ist er für klare Worte bekannt. Bei seinem jüngsten Engagement beim Confed Cup in Russland konnte Scholl seinen Impuls nicht zurückhalten.

Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge verließ der 46-Jährige kurz vor der Übertragung des ersten Halbfinals zwischen Portugal und Chile das Studio in Baden-Baden. Scholl reiste anschließend ab und wurde für die Halbfinalspiele Portugal/Chile sowie Deutschland/Mexiko von Thomas Hitzlsperger als Experte vertreten.

Ehemalige Profis als WM-Experten

Vom Feld ans Mikro

Hintergrund der plötzlichen Abreise: Die ARD wollte über die Dopingvorwürfe gegen Russlands Fußballnationalspieler berichten. Scholl jedoch nicht. Vielmehr fand der 46-Jährige das Thema angeblich langweilig, heißt es weiter, und wollte lieber über die verjüngte Auswahl des Weltmeisters beim Confed Cup und die deutsche Auswahl bei der U-21-EM in Polen sprechen. Scholls Einstellung zum Doping ist bekannt - "Was soll's überhaupt bringen im Fußball? (...) Im Fußball macht's nicht wirklich Sinn", sagte er 2015 bei einem DFB-Pokalspiel in der ARD.

Der Sender beschwichtigt: "Meinungsverschiedenheiten kommen in den besten Familien vor. Wir werden das in den nächsten Wochen intern klären", zitiert die Bild ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. Und auch Scholl selbst gibt sich versöhnlich und sagt über den Sender, für den er seit 2008 als Experte vor der Kamera steht: "Es ist alles prima zwischen der ARD und mir. Ich freue mich auf die WM 2018."

Mit seiner Impulsivität eckt Scholl immer wieder an, zuletzt vergangene Woche mit einer flapsigen Aussage über Portugals Weltfußballer Cristiano Ronaldo und dessen Steuerhinterziehungs-Vorwürfe: "Vielleicht kommt Cristiano Ronaldo ja wirklich in den Knast. Dann mache ich mir Sorgen, dass er als Miss September endet." Auf diese Aussage folgten empörte Reaktionen im Netz, Scholl wurde Homophobie unterstellt.

Wie sich das Verhältnis zwischen der ARD und TV-Experte Scholl entwickelt, stellt sich am 14. August heraus: Dann läuft das nächste Live-Fußballspiel im Ersten.

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