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"Framing Manual":ARD zahlte 120 000 Euro für umstrittenes Papier

ARD-Pressekonferenz - Ulrich Wilhelm

"Völlig übertrieben" sagt der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm zu den Vorwürfen um das "Framing Manual".

(Foto: dpa)
  • Für das umstrittene "Framing Manual" hat die ARD nach eigenen Angaben 120 000 Euro bezahlt.
  • Kritiker werfen der Rundfunkanstalt aufgrund des Papiers eine manipulative Strategie vor.
  • Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sagte, die Aufregung sei "völlig übertrieben".

Die ARD hat die Kosten für das von ihr beauftragte, umstrittene "Framing Manual" von Sprachforscherin Elisabeth Wehling offengelegt. Sie lagen demnach bei 120 000 Euro. Die Kosten für die Arbeitsunterlage und begleitende Workshops hätten sich auf 90 000 Euro belaufen, die der MDR als damalige Vorsitzanstalt bezahlt habe, weitere 30 000 Euro habe das Generalsekretariat für Folgeworkshops bezahlt.

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sagte, die Aufregung um das Papier sei "völlig übertrieben". Es gehe um eine Workshop-Unterlage und keine verbindliche Kommunikationsstrategie.

Die im kalifornischen Berkeley forschende Sprachwissenschaftlerin Wehling hatte das 89 Seiten umfassende Dokument bereits vor zwei Jahren erstellt. Auftraggeber war der MDR, der damals den ARD-Vorsitz innehatte. Das Blog "Netzpolitik.org" veröffentlichte das Dokument am vergangenen Sonntag, nachdem einige Medien über das Dokument berichtet und damit eine öffentliche Debatte ausgelöst hatten.

Der ARD wird vorgeworfen, sich mit der darin beschriebenen Framing-Methode einer manipulativen Strategie zu bedienen. In dem Papier vorgeschlagene Schlagworte wie "Profitzensur" werten Kritiker als Kampfbegriffe gegen die private Medienwirtschaft.

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