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Sparprogramm im Buckingham Palace:Queen schafft Weihnachten ab

Harte Zeiten erfordern harte Maßnahmen: Elizabeth II. soll ihre Ausgaben reduzieren - und streicht dem Personal als erstes gleich mal die Weihnachtsfeier.

In Zeiten wie diesen müssen halt alle ein wenig kürzertreten, dachte sich vermutlich die Queen - und strich ihren 600 Angestellten im Buckingham Palace erst einmal die Weihnachtsfeier. Es seien die "schwierigen finanziellen Umstände", vor denen die britische Nation stehe, gab der Palast als Begründung an.

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Königin Elizabeth II. muss ihr Taschengeld künftig besser einteilen und darf nicht mehr so viel für Partys ausgeben.

(Foto: dpa)

Die Kosten für die Feier, die traditionell alle zwei Jahre stattfindet, wurden von britischen Medien auf 50.000 Pfund (etwa 57.000 Euro) geschätzt. Der Palast bestätigte diese Summe nicht. "Es wurde entschieden, dass es für den königlichen Haushalt angemessen sei, Zurückhaltung zu üben und die Party abzusagen", hieß es lediglich. Nächste Woche will die Regierung weitere massive Ausgabenkürzungen verkünden, die Einschnitte für alle Briten bedeuten werden.

Die königliche Weihnachtsfeier ist bei den Angestellten sehr beliebt. Für viele von ihnen ist es eine der seltenen Gelegenheiten, die Royals persönlich zu treffen. Queen Elizabeth II., ihr Mann Prinz Philip oder Thronfolger Prinz Charles mischen sich bei der Gelegenheit unters Personal - sie sollen sogar schon auf der Tanzfläche gesehen worden sein.

Die Queen bekommt jährlich knapp acht Millionen Pfund aus dem Staatshaushalt überwiesen, um ihre königlichen Pflichten erfüllen zu können. Im vergangenen Jahr gab sie davon allein 700.000 Pfund für Partys aus - etwa doppelt so viel wie 2001.

Die Abschaffung der Weihnachtsfeier ist übrigens nicht der erste Versuch der Royals, Kosten zu sparen. Im Jahre 2004 hatte der Schatzmeister vorgeschlagen, einen staatlichen Heizkostenzuschuss für die alten Gemäuer des Buckingham Palaces, Schloss Windsor und andere Gebäude zu beantragen. Wie der Independent enthüllte, stammen die Zuschüsse jedoch aus einem Fonds, der eigentlich arme Familien, Krankenhäuser und Schulen unterstützt.

Erst Jahre später war bekannt geworden, dass die Royals die Budgetkontrolle schon 2006 an die Regierung abgeben mussten. Im Sptember 2010 hatte der Independent von einem bislang geheim gehaltenen Memorandum berichtet, aus dem hervorgeht, dass die Londoner Regierung "im Falle unüberbrückbarer Differenzen" sämtliche Zahlungen an die Queen einstellen und die Kontrolle über die königlichen Immobilien übernehmen dürfe.

Nach Angaben des Blattes hatte es zuvor zwischen Elizabeth II. und der Labour-Regierung regelmäßig Streit gegeben, weil die Queen nicht mit ihrem Budget auskam.

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