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Prinz William und Kate Middleton:Erst Gummiboot, dann Uni

Kaum haben Prinz William und seine Verlobte Kate Middleton ihre erste offizielle Aufgabe als Paar erfüllt, wartet schon der nächste Auftritt.

Lächeln, Blumensträuße von Kindern entgegennehmen, freundlich mit den Menschen plaudern und Hände schütteln: Kate Middleton hat den ersten offiziellen Auftritt seit der Verlobung mit Prinz William - eine Schiffstaufe - ohne Pannen hinter sich gebracht.

Bislang kannte man die 29-Jährige fast nur von Fotos. Nun trat sie bei der Taufe eines Rettungsbootes auf der walisischen Insel Anglesey als Repräsentantin des britischen Königshauses ins Rampenlicht. Und wirkte dabei so souverän, als hätte sie nie etwas anderes getan.

Da es sich um ein aufblasbares Schlauchboot handelte, konnte Kate die Champagnerflasche nicht dagegen werfen. Und so goss sie das edle Getränk einfach über das Boot und taufte es auf den Namen "Hereford Endeavour". Prinz William, 28, segnete in einer kurzen Ansprache all die, die es benutzen werden.

Fehler durften der Verlobten des Prinzen dabei nicht unterlaufen: Kameraaugen folgten ihr auf Schritt und Tritt, teilweise wurde das ganze live im Fernsehen übertragen. Auch viele ausländische Reporter waren vor Ort. "Breaking News: Kate hat Champagner über ein Rettungsboot geschüttet", lautete die Schlagzeile beim Sender BBC.

Der Auftritt rief reibungslos, war doch vom Palast ein Heimspiel arrangiert worden: Kate und William leben in Anglesey auf einem gemieteten Bauernhof. Der 28-jährige William, Zweiter in der britischen Thronfolge, arbeitet in der Nähe als Rettungshubschrauber-Pilot beim Militär. Das Paar habe sich ausdrücklich gewünscht, den ersten offiziellen Termin sozusagen "zuhause" zu absolvieren, hieß es vom Palast.

Hunderte Schaulustige hatten schon in der Früh in der Kälte ausgeharrt, um das Ereignis mitzuerleben. Bisher hatten sie kaum Gelegenheit, die zukünftige Prinzessin aus der Nähe zu sehen. Nur selten zeigte sie sich in den vergangenen drei Monaten in der Öffentlichkeit. Zwar gab das Paar kurz nach der Verlobung ein Fernsehinterview und nahm im Dezember an einer Wohltätigkeitsfeier in Norfolk teil. Nach Angaben des Palastes war die Bootstaufe aber die "erste öffentliche Verpflichtung, bei der Miss Middleton als Ehrengast eingeladen ist".

Mit Argusaugen wurde auch beobachtet, was die künftige Prinzessin trug. Die für ihren Stil oft gelobte Kate hatte sich einen beigen Mantel und einen typisch britisch anmutenden Federschmuck für das Haar ausgesucht.

Das Paar hatte keine Eile und blieb sogar länger bei der Rettungsstation, als der offizielle Plan vorsah. Das zeigte Wirkung: Kate und William hätten sehr entspannt gewirkt, hieß es lobend von den Kommentatoren.

Hochzeitgeschenk von der Universität

Doch bereits am heutigen Freitag absolviert das Paar seinen zweiten offiziellen Termin: Kate und William werden an der schottischen St. Andrews Universität erwartet, wo die beiden studiert und sich kennengelernt hatten. Dort sollten sie die Feierlichkeiten zum 600. Bestehen der Uni eröffnen.

Die ehemalige Universität von Prinz William und Kate Middleton im schottischen St. Andrews will dem Paar ein Stipendienprogramm zur Hochzeit schenken. Künftig soll jedes Jahr ein Student ausgewählt werden, der für vier Jahre finanziell unterstützt wird, erklärte die Rektorin der Universität, Louise Richardson, vor dem Besuch des Paares.

Die beiden hatten sich in St. Andrews kennengelernt. William studierte Geografie, Kate Kunstgeschichte. Gerüchten zufolge wurden sie Weihnachten 2003 ein Paar. Am 29. April wollen sie in London heiraten.

Das Stipendium im Wert von bis zu 70.000 Pfund (82.000 Euro) soll die Kosten für Studiengebühren, Unterkunft und Lebenskosten von Studenten decken, die sich ein Studium an der schottischen Universität sonst nicht leisten könnten. Bewerben können sich auch ausländische Studenten. "Das ist das erste Stipendium dieser Art in St. Andrews", sagte Richardson. Es sei Ausdruck der Verpflichtung der Universität, die begabtesten Studenten aus aller Welt zu finden und zu unterstützen.

William und Kate werden im Lauf des Tages an der Universität erwartet. Der Royal-Experte der BBC, Peter Hunt, sagte voraus, dass die ersten Auftritte der beiden die Vorlage für die Zukunft seien. Um möglichst privat zu bleiben und die Fehler, die Williams Eltern Prinz Charles und Prinzessin Diana gemacht hatten, nicht zu wiederholen, laute die Taktik vermutlich: Sich ab und zu sehen lassen und die Ansprüche der Menge zu befriedigen. Danach wieder für längere Zeit abtauchen.

© sueddeutsche.de/vs

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